Wenige Tage vor dem russischen Tag des Sieges am 9. Mai ist eine ukrainische Drohne in ein Wohngebäude nahe dem Moskauer Stadtzentrum eingeschlagen. Verletzte gab es keine — die symbolische Wirkung ist trotzdem erheblich.
Einschlag im Westen der Hauptstadt
Wie die Tiroler Tageszeitung unter Berufung auf die russische Staatsagentur Tass berichtet, meldete Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin am frühen Montagmorgen auf Telegram den Drohnenangriff. Das getroffene Gebäude liegt im Westen der russischen Hauptstadt — in einem Wohnviertel, in dem sich auch mehrere Botschaften befinden. Der Kyiv Independent zufolge handelt es sich um ein luxuriöses Hochhaus. Zwei weitere ukrainische Drohnen wurden laut Sobjanin von der russischen Luftabwehr abgeschossen.
Kurz vor der Parade — und ohne Panzer
Der Zeitpunkt des Angriffs ist politisch brisant. Russland feiert am 9. Mai traditionell den Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg — verbunden mit einer aufwendigen Militärparade auf dem Roten Platz. Wie die Tiroler Tageszeitung berichtet, hatte das russische Verteidigungsministerium bereits Ende April angekündigt, die Parade in diesem Jahr ohne Panzer und Raketen abzuhalten — explizit aus Furcht vor ukrainischen Drohnenangriffen. Der jüngste Treffer im Herzen der Hauptstadt dürfte diese Entscheidung im Nachhinein bestätigen.
Moskau als Ziel — seltener, aber nicht unmöglich
Drohnenangriffe auf den Großraum Moskau meldet Russland zwar regelmäßig. Wie die Tiroler Tageszeitung festhält, zielen diese jedoch meist auf Flughäfen, Militäranlagen und Vororte. Direkte Treffer an ziviler Infrastruktur in der Hauptstadt selbst sind selten — umso größer ist die Signalwirkung des aktuellen Vorfalls.
Zum Vergleich: In der Ukraine kommen laut Tiroler Tageszeitung durch russische Drohnen- und Raketenangriffe fast täglich Zivilisten ums Leben, Wohnhäuser und kritische Infrastruktur werden systematisch zerstört. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen die russische Invasion.
Credits: APA
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