Drogen-Hotspot bei der U6: Mariahilf fordert Alkoholverbot — jetzt macht auch die SPÖ mit

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Drogen-Hotspot bei der U6: Mariahilf fordert Alkoholverbot — jetzt macht auch die SPÖ mit

Benutzte Spritzen auf Fensterbänken, offener Drogenhandel vor dem U-Bahn-Eingang, Anrainer die ihre eigene Straße meiden — die Lage rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße in Wien-Mariahilf ist seit Jahren ein offenes Wundmal. Jetzt kommt Bewegung in die festgefahrene politische Debatte: Erstmals hat auch die SPÖ im Bezirk einem Antrag zur Prüfung eines Alkoholverbots zugestimmt.

Was sich täglich vor der U6 abspielt

Wer bei der Station Gumpendorfer Straße aussteigt, trifft wenige Meter vom Ausgang entfernt auf offenen Drogenkonsum. Direkt neben der U-Bahn befindet sich das Suchthilfezentrum Jedmayer — und genau dieses Umfeld ist laut Anrainerberichten, die heute.at und oe24.at dokumentieren, seit Jahren zum Brennpunkt geworden. Spritzbesteck liegt auf Gehsteigen und Fensterbänken, Pillen und Pulver wechseln vor dem Eingang die Besitzer, in Stiegenhäusern und Kellern verlagert sich die Szene bei Kälte ins Innere. Viele Bewohner meiden die Station komplett und nehmen Umwege in Kauf.

Bezirksvertretung beschließt Prüfung — mit SPÖ-Stimmen

In der jüngsten Sitzung der Mariahilfer Bezirksvertretung brachte die ÖVP mehrere Anträge ein. Einer davon — die Prüfung eines Alkoholverbots im Umfeld der Station — wurde mehrheitlich angenommen, wie wien.ORF.at berichtet. Bemerkenswert: Auch Stimmen der SPÖ trugen diesen Beschluss mit. Ebenfalls mehrheitlich beschlossen wurde die Forderung an die Wiener Linien, in der U6-Station einen permanenten Sicherheitsdienst einzurichten.

SPÖ-Bezirksvorsteherin Julia Lessacher betonte gegenüber dem ORF: „Wir wissen ja nicht, welche Maßnahmen tatsächlich in dieser Expertenrunde ausgearbeitet werden, aber wir sind bereit, jede Maßnahme zu diskutieren, die uns empfohlen wird.“ Sie verwies dabei auf einen bereits im vergangenen Spätherbst abgehaltenen runden Tisch mit Vertretern von Polizei, Stadt und Sucht- und Drogenkoordination.

ÖVP: „Stadt muss endlich liefern“

ÖVP-Bezirksparteiobmann Gerhard Hammerer zeigte sich entschlossen: Sucht- und Drogenkoordinator Ewald Lochner müsse gemeinsam mit der Stadtregierung endlich Ergebnisse vorlegen, wie heute.at berichtet. „Wir wollen nicht länger warten“, so Hammerer. Er fordert auch einen verbindlichen Zeitplan für mögliche Maßnahmen. Hammerer verweist darauf, dass Ankündigungen — darunter ein lange versprochener Sicherheitsgipfel — bisher ohne konkrete Umsetzung geblieben seien. „Stand Anfang März 2026 gibt es weder ein Konzept noch eine Erklärung, warum diese Zusage nicht eingehalten wurde“, zitiert ihn heute.at.

Wie Alkoholverbote anderswo gewirkt haben

Die Debatte wird durch Erfahrungen aus anderen Wiener Bezirken befeuert. Am Praterstern im 2. Bezirk gilt seit 2018 ein Alkoholverbot — mit einer nach überwiegender Einschätzung deutlich verbesserten Situation. Am Franz-Jonas-Platz in Floridsdorf wurde zum 7. Februar 2025 eine neue Alkoholverbotszone eingeführt, wie profil.at berichtet. Polizei und Bezirk bescheinigen seitdem einen deutlichen Rückgang der Beschwerden und strafbaren Handlungen sowie ein gestiegenes Sicherheitsgefühl. Genau darauf verweist auch die ÖVP Mariahilf: „Was am Franz-Jonas-Platz funktioniert, muss auch für die Menschen bei uns gelten“, zitiert heute.at ÖVP-Bezirksvertreterin Martina Hammerer.

Stadt Wien: Maßnahmenpaket „in der Finalisierung“

Die bisherige Linie der SPÖ-NEOS-Stadtregierung war eindeutig: Ein Alkoholverbot bei der Gumpendorfer Straße wurde bisher abgelehnt, man setzte auf weniger einschneidende Maßnahmen. Wie wien.ORF.at berichtet, betont die Stadt nun gegenüber dem Kurier, dass an Lösungen gearbeitet werde und ein Maßnahmenpaket gerade „finalisiert“ werde. Die vom Bezirk gefassten Beschlüsse gehen nun ihren behördlichen Weg. Ob das am Ende ein Alkoholverbot einschließt, ist noch offen.


Quellen:

  • exxpress.at: Wiener Drogen-Hotspot eskaliert: Kommt jetzt das Alkoholverbot?
  • wien.ORF.at: Bezirk will Alkoholverbot an Drogenhotspot
  • heute.at: Anrainer leiden – U6-Hotspot: Kommen jetzt Securitys und Alkoholverbot?
  • heute.at: Drogen-Hotspot U6 – „Stadt muss endlich liefern“
  • heute.at: Drogen-Hotspot Mariahilf – ÖVP fordert Alkoholverbot
  • oe24.at: Mariahilf-Revolte gegen Drogen-Elend: Kommt ein Alkoholverbot bei U6?
  • profil.at: U6 Gumpendorfer Straße: Was tun mit dem Drogen-Hotspot?

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