Digitaler Kassenbon: Das Ende der Zettelwirtschaft?

Digitaler Kassenbon: Das Ende der Zettelwirtschaft?

Die österreichische Regierung hat ein neues Registrierkassenpaket beschlossen, das ab Oktober 2026 in Kraft treten soll. Im Zentrum steht der digitale Beleg, der die Zettelwirtschaft in Handel und Gastronomie reduzieren soll. Wie Finanz-Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) nach dem Ministerrat erklärte, bleibt der digitale Beleg jedoch eine freiwillige Option. Kunden können weiterhin Papierbelege verlangen, wenn sie dies wünschen.

Was bringt das Registrierkassenpaket?

Das Paket erfüllt laut Eibinger-Miedl „langjährige Forderungen der Wirtschaft nach mehr Praxisnähe“. Neben dem digitalen Beleg beinhaltet es die dauerhafte Verankerung der 15-Warengruppen-Regelung, die kleinen Händlern eine einfachere Buchführung ermöglicht. Diese Regelung, die ursprünglich bis 2025 befristet war, wird nun unbefristet fortgeführt. Zudem wird die sogenannte „Kalte-Hände-Regelung“ angepasst: Die Umsatzgrenze für Betriebe im Freien, wie Marktstände oder Punschhütten, wird von 30.000 auf 45.000 Euro angehoben. Diese Änderung tritt bereits Anfang 2026 in Kraft.

Vorteile für Unternehmen und Umwelt

Josef Schellhorn (NEOS), Staatssekretär für Bürokratieabbau, betonte die Wahlfreiheit beim digitalen Kassenbon und lobte die Entlastung für Unternehmen. Der Handelsverband rechnete vor, dass allein im Einzelhandel täglich bis zu zehn Millionen Transaktionen stattfinden – eine enorme Menge an Papier, die durch digitale Belege eingespart werden könnte. Laut der „Kleinen Zeitung“ entsorgt die Gastronomie täglich Unmengen an Papierbons, was nicht nur Kosten verursacht, sondern auch die Umwelt belastet.

Kritik und offene Fragen

Obwohl das Paket von vielen Seiten gelobt wird, gibt es auch kritische Stimmen. Einige Händler befürchten, dass die Umstellung auf digitale Belege zusätzliche Investitionen in neue Kassensysteme erfordert. Zudem bleibt abzuwarten, wie viele Kunden tatsächlich auf den Papierbeleg verzichten werden.

Quellen: oe24.at, kleinezeitung.at, heute.at, krone.at, vienna.at
Credits: APA

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