Das Ökobüro – eine Dachorganisation der österreichischen Umweltbewegung – hat seit Oktober 2019 Förderungen aus dem Klimaministerium in Höhe von über einer Million Euro erhalten. Das geht aus einer aktuellen parlamentarischen Anfragebeantwortung hervor, wie exxpress.at berichtet. Die Summe verteilt sich auf zahlreiche Projekte mit politischer Ausrichtung.
Förderungen für politische Projekte
Gefördert wurden laut exxpress.at Vorhaben wie das „Umweltrechtsservice“, Agenda-2030-Formate und Programme zur „Stakeholder-Einbindung“. Die Projektliste reicht über mehrere Jahre bis in die laufende Legislaturperiode – darunter „Umweltrechtsservice 2025–2026“ oder Initiativen zu „Just Transition“ und „sozial-ökologischer Transformation“. Das Ministerium betont in der Anfragebeantwortung, alle Vorhaben seien vor Genehmigung auf Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit geprüft worden.
Ministerium: Keine Einbindung in Entscheidungen
Die Mittelverwendung werde über Zwischen- und Endberichte sowie Gesamtkostenaufstellungen überprüft, die Förderungen seien an die Transparenzdatenbank gemeldet worden, heißt es laut exxpress.at weiter. Gleichzeitig erklärt das Ressort, das Ökobüro sei nicht in Planungs- oder Entscheidungsprozesse eingebunden gewesen. Eine vollständige Beantwortung zur Teilnahme an Veranstaltungen oder Meetings sei aber nicht möglich – es gebe dazu keine zentralen Statistiken.
Ökobüro nicht größter Empfänger
Das Ökobüro ist keineswegs die einzige Umwelt-NGO, die staatliche Förderungen erhält. Laut einer früheren parlamentarischen Anfrage der FPÖ, über die das Freilich-Magazin berichtete, erhielten zwischen 2020 und 2024 zahlreiche Organisationen Millionenbeträge. Der Umweltdachverband bekam demnach 2,01 Millionen Euro, das Klimabündnis Österreich 1,54 Millionen Euro. Global 2000, die frühere Arbeitgeberin von Ex-Klimaministerin Leonore Gewessler (Grüne), erhielt laut exxpress.at 193.000 Euro.
Transparenz-Debatte um NGO-Förderungen
Die Debatte um NGO-Förderungen beschäftigt nicht nur Österreich. In Deutschland stellte die Unionsfraktion im Februar 2025 eine parlamentarische Anfrage mit 551 Fragen zur Finanzierung zivilgesellschaftlicher Organisationen, wie die Amadeu Antonio Stiftung berichtet. Auch auf EU-Ebene richtete das Parlament im Juni 2025 ein Kontrollgremium für NGO-Finanzierung ein, wie der Deutsche Naturschutzring meldet. Der Europäische Rechnungshof hatte im April 2025 bemängelt, die EU-Finanzierung für NGOs sei unzureichend transparent.
Quelle: exxpress.at
Credits: APA
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