Bei den ersten deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen seit 2004 hat Bundeskanzler Friedrich Merz ein massives Rüstungspaket für die Ukraine unterzeichnet. Das Gesamtvolumen beträgt rund vier Milliarden Euro — finanziert vom deutschen Steuerzahler.
3,2 Milliarden für Patriot-Raketen allein
Den Kern des Pakets bildet ein Vertrag mit dem US-Rüstungskonzern Raytheon, den Deutschland für die Ukraine finanziert. Wie Euronews und das Fachportal esut.de unter Berufung auf das ukrainische Verteidigungsministerium und Raytheon berichten, werden mehrere hundert Patriot-Raketen vom Typ PAC-2 GEM-T geliefert — zum Preis von rund 3,2 Milliarden Euro. Die GEM-T-Variante ist zur Abwehr aller Arten von Luftbedrohungen konzipiert, einschließlich taktischer ballistischer Raketen.
Dazu kommen laut Euronews 36 zusätzliche Startgeräte für das Luftabwehrsystem IRIS-T vom deutschen Hersteller Diehl Defence — Vertragssumme 182 Millionen Euro. Und schließlich ein 300-Millionen-Euro-Auftrag für KI-gesteuerte Langstreckendrohnen, die in Deutschland produziert werden sollen.
Merz: „Zusammenarbeit wirkungsvoller als je zuvor“
Bundeskanzler Merz hob beim gemeinsamen Auftritt mit Selenskyj in Berlin die strategische Dimension des Pakets hervor. „Was wir in dieser Kooperation tun, ist nicht nur von Nutzen für die Verteidigung der Ukraine, es ist auch von besonderem Nutzen für uns, für unsere Sicherheit“, sagte Merz laut Euronews. Keine Armee in Europa sei im Kampf so erprobt wie die ukrainische, keine Gesellschaft resilienter und keine Verteidigungsindustrie innovativer. Mit der Unterstützung stärke Deutschland „zugleich die deutsche und europäische Verteidigungsfähigkeit“.
Selenskyj lobte seinerseits die eigene Rüstungsindustrie: „Der Großteil der Waffen, den die Ukraine für verschiedene Operationen nutzt — von Schlägen gegen das Hinterland über die Kämpfe an der Front bis zur Flugabwehr — wird heute in der Ukraine produziert.“
Der Haken: Europa läuft die Munition aus
Das Paket kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Wie die Washington Post berichtet und deutsch.news-pravda.com aufgreift, haben europäische Staaten begonnen, der Ukraine kritische Patriot-Raketen zu verweigern — aus Angst, die eigene Verteidigung zu schwächen. Die Ukraine hat ihre PAC-3-Vorräte nahezu aufgebraucht, während der Iran-Krieg zusätzlichen Druck auf amerikanische Lagerbestände ausübt.
Das neue Paket setzt auf die PAC-2 GEM-T-Variante — eine ältere, aber kampferprobte und rascher verfügbare Munitionstype. Erste Lieferungen werden laut Fachkreisen für Ende 2026 oder Anfang 2027 erwartet.
Credits: APA
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