Deutsche Industrie: Abgehängt auf internationaler Bühne

Deutsche Industrie: Abgehängt auf internationaler Bühne

Die deutsche Industrie steht vor einer ernüchternden Realität: Rund jedes vierte Industriebetrieb meldet im Juli 2025 eine sinkende Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu Konkurrenten außerhalb der EU. Das ist kein kleiner Rückschlag, sondern ein Alarmsignal für eine einst so stolze Wirtschaftsmacht. Wie die Bild-Zeitung berichtet, zeigt sich damit eine klare Tendenz, dass Deutschland im globalen Wettbewerb zunehmend den Kürzeren zieht. Diese Entwicklung ist nicht nur ein Schlag für die deutsche Industrie, sondern auch ein Warnruf für die gesamte Volkswirtschaft.

Die Zahlen stammen aus einer aktuellen Umfrage des ifo Instituts, die aufzeigt, dass 25 Prozent der befragten Unternehmen ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit als rückläufig einschätzen. Besonders dramatisch ist, dass die Industrieproduktion in Deutschland voraussichtlich auch 2025 weiter schrumpfen wird – nach einem Rückgang von 4,8 Prozent im Jahr 2024 erwartet der Branchenverband BDI ein Minus von 0,5 Prozent in diesem Jahr. Die deutsche Wirtschaft kommt einfach nicht in Fahrt, und die OECD sieht Deutschland im internationalen Vergleich sogar als eines der Schlusslichter unter den Industrienationen.

Ursachen und Folgen: Warum verliert Deutschland so stark?

Der Hauptgrund für den Wettbewerbsverlust liegt in den hohen Energiepreisen, die in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern deutlich höher liegen. Energieintensive Industrien leiden besonders, was Produktionsverlagerungen ins Ausland begünstigt. Laut einer Umfrage des DIHK erwägen inzwischen 37 Prozent der Industriebetriebe – besonders größere mit über 500 Mitarbeitern – eine Verlagerung der Produktion ins Ausland. Ein weiteres Problem sind bürokratische Hemmnisse und Innovationsdefizite, die es Konkurrenten aus den USA, Asien und anderen Teilen der Welt leichter machen, Marktanteile zu gewinnen.

Österreich: Zwischen Rezession und zaghafter Erholung

Neben Deutschland wirft ein Blick auf Österreich auch Fragen auf. Nach zwei Jahren Rezession hat sich die österreichische Wirtschaft im ersten Halbjahr 2025 zwar stabilisiert, doch die Erholung fällt zögerlich aus. Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) prognostiziert für 2025 ein knappes Wachstum des realen BIP um 0,2 Prozent – ein schwacher Lichtblick nach zwei Jahren Schrumpfung. Die Arbeitslosenquote hingegen dürfte auf rund 7,5 Prozent steigen, was die Lage am Arbeitsmarkt angespannt hält.

Laut Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO wächst die Industrieproduktion in Österreich leicht, jedoch verzeichnete das Land zum Jahresende 2024 den stärksten Rückgang der Industrieproduktion in der EU. Österreich steht somit vor einer ähnlichen Herausforderung wie Deutschland: Einerseits die Notwendigkeit, wettbewerbsfähig zu bleiben, andererseits der Druck durch globale Wettbewerber und steigende Kosten.

Credits: APA

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