Für ziemlich viel Wirbel sorgte die Enthüllung, dass ein Österreicher eine der größten Porno-Plattformen der Welt besitzt – und diese jetzt auch verkaufen möchte. Doch nun deckten US-Journalisten auf: Pornhub wurde nie verkauft, der Linzer Bernd B. ist weiter der Besitzer der Website. Dazu nimmt die Kritik an angeblich strafrechtlich relevanten Inhalten auf Pornhub zu – auf der Website sind monatlich zwei Milliarden Besucher.
Bernd B., geboren 1968 in Linz ist ein Unternehmer, der seit langem als Hauptaktionär beim umstrittenen Porno-Konzern MindGeek die Fäden zieht – dem Betreiber von Plattformen wie Pornhub, RedTube und YouPorn. Seine Identität blieb über Jahre hinweg verborgen, bis investigative Recherchen 2020 seine Rolle öffentlich machten.
Beteiligung an MindGeek
B. wuchs in Ansfelden, Oberösterreich, auf und absolvierte ein Studium an der Universität Linz sowie an der Chicago Business School. Er arbeitete für Goldman Sachs in New York, Frankfurt, Hongkong und London. 2006 erwarb er die Porno-Website RedTube, die er 2013 an Manwin verkaufte, das spätere MindGeek.
Nach dem Rückzug des früheren Eigentümers Fabian Thylmann übernahm B. über ein komplexes Netzwerk von Firmenbeteiligungen die Kontrolle über MindGeek. Er hielt mehr als 50 % der Anteile, war jedoch nicht operativ tätig.
Öffentliche Kritik
Im Dezember 2020 veröffentlichte die Financial Times einen Bericht über die Eigentumsverhältnisse von MindGeek. MindGeek ist unter anderem Eigentümer von Pornhub, das wegen unzureichendem Schutz missbräuchlich hochgeladener Pornovideos international in der Kritik steht.
Der von der Financial Times als „Bernard B.“ bezeichnete Eigentümer besitze mehr als die Hälfte der Anteile, sei aber passiver Investor und nicht in das Tagesgeschäft involviert. In Folge kam es zu einer Kooperation der britischen Rechercheplattform Tortoise Media und dem österreichischen Magazin Dossier. Sie identifizierten „Bernard B.“ als den Linzer Unternehmer.
Doch kein Verkauf an Ethical Capital Partners?
Im März 2023 sei MindGeek angeblich von der kanadischen Private-Equity-Firma Ethical Capital Partners übernommen worden. Das Unternehmen wurde im August 2023 in Aylo umbenannt, um einen Neuanfang zu signalisieren.
Doch jetzt behaupten US-Journalisten auf X: Alles nur Tarnung und Täuschung – Bernd B. sei noch immer Eigentümer von Pornhub, es sei nie zu einem Verkauf gekommen. Das Täuschungsmanöver könnte den Zweck gehabt haben, den öffentlichen Druck auf den österreichischen Pornoseiten-Besitzer zu verringern.
Vermögen des Pornhub-Bosses: 1,43 Milliarden Euro
B. lebt mit seiner brasilianischen Ehefrau Priscila und ihren drei Kindern in London. Seine Frau äußerte sich öffentlich kritisch über seine Verbindung zu MindGeek und forderte ihn auf, sich von dem Unternehmen zu trennen.
Der Pornhub-Besitzer dürfte ein Vermögen von 1,43 Milliarden Euro besitzen, der Markenwert seiner Sex-Plattform wird auf eine Milliarde Euro geschätzt. Auf seiner Website sind monatlich zwei Milliarden Besucher weltweit.

Credits: Screenshots X
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