Der Europatag am Wiener Stephansplatz sollte ein Fest werden. Stattdessen lieferte Bürgermeister Michael Ludwig einen der emotionalsten öffentlichen Auftritte seiner Amtszeit — angetrieben von Pro-Palästina-Aktivisten, die ihn schlicht nicht reden ließen.
Trillerpfeifen gegen Redner — Ludwig dreht durch
Was als EU-Feier mit Pop, Politik und ESC-Vorgeschmack geplant war, kippte am Samstagnachmittag am Stephansplatz. Kaum hatte Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) das Mikrofon, schallten ihm Trillerpfeifen und Sprechchöre pro-palästinensischer Demonstranten entgegen. Wie oe24 berichtet, ignorierte Ludwig schließlich sichtlich aufgelöst die Fragen der Moderatorin — und wandte sich direkt an die Störer.
Was dann folgte, war ungewöhnlich für den sonst bedächtigen Stadtchef. Ludwig machte die Demonstranten mitverantwortlich für die massiven Sicherheitsvorkehrungen beim kommenden Eurovision Song Contest: „Wegen Menschen wie Ihnen zum Beispiel“ brauche es diese Maßnahmen, die hohe Kosten verursachten. Dann rutschte er in den Dialekt ab — „Und des wos sie moch’n, hat mit Toleranz nix zu tun“ — und schloss mit dem Satz, der den Abend prägte: „Das ist nicht unser Wien!“
Ludwig: Demonstranten haben keine neuen Freunde gewonnen
Kämpferisch blieb Ludwig bis zum Ende. „Wir lassen uns hier nicht wegterrorisieren“, sagte er laut oe24 von der Bühne herab. Und er gab den Störern noch eine Einschätzung mit auf den Weg: An diesem Tag hätten sie mit Sicherheit keine neuen Sympathisanten gewonnen.
Meinl-Reisinger: „Das ergibt keinen Sinn“
Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS), die ebenfalls auf der Bühne stand und deren Rede ähnlich übertönt worden war, zeigte sich laut oe24 weniger emotional, aber ebenso klar. Sie habe Verständnis für politische Äußerungen — das bloße Niederbrüllen mit Trillerpfeifen ergebe jedoch „keinen Sinn“. Es sei schade, dass eine Veranstaltung im Zeichen der Vielfalt genau so gestört werde.
Abschließend appellierte sie an den Geist des Eurovision Song Contests: Wien solle zeigen, was Vielfalt wirklich bedeute — nämlich zuhören, nicht übertönen.
Credits: APA
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