Der Wahlsieg von Péter Magyar hat in Brüssel, Berlin, Paris und Wien Erleichterung und Jubel ausgelöst. Nach 16 Jahren Orbán ist Europa bereit für ein neues Ungarn.
Von der Leyen: „Ungarn hat Europa gewählt“
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen meldete sich laut ZDF und Euronews noch in der Wahlnacht auf X zu Wort: „Ungarn hat Europa gewählt. Europa hat immer Ungarn gewählt. Ein Land kehrt auf seinen europäischen Weg zurück. Die Union wird stärker.“ Und pointierter: „Heute Abend schlägt das Herz Europas in Ungarn stärker.“ Der Hintergrund dieser Erleichterung ist klar: Orbán hatte Brüssel jahrelang mit Vetos blockiert, zuletzt im März ein bereits vereinbartes 90-Milliarden-Euro-Hilfspaket für die Ukraine torpediert. Wie Euronews berichtet, bereitete sich die EU-Kommission hinter verschlossenen Türen bereits auf alle Szenarien vor — von anhaltender Pattsituation bis zu einem vorsichtigen Neuanfang unter Magyar.
Merz gratuliert auf Ungarisch, Macron telefoniert persönlich
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) schrieb laut t-online auf X: „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit für ein starkes, sicheres und vor allem geeintes Europa“ — und fügte den Glückwunsch auf Ungarisch an: „Gratulálok, kedves Magyar Péter!“ Frankreichs Präsident Emmanuel Macron griff laut watson.ch zum Telefon, um Magyar persönlich zu gratulieren, und schrieb danach auf X: „Frankreich würdigt einen Sieg der demokratischen Beteiligung und der Verbundenheit des ungarischen Volkes mit den Werten der EU.“ Auch NATO-Generalsekretär Mark Rutte gratulierte Magyar telefonisch, wie dieser selbst auf Facebook mitteilte.
Österreich: Von Stocker bis Meinl-Reisinger
Österreichs Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) gratulierte Magyar laut oe24 und nachrichten.at „herzlich zu seinem beeindruckenden Sieg“ und betonte die proeuropäische Botschaft der Wahl: Die ungarische Bevölkerung habe „das destruktive Gegeneinander abgewählt“. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) wählte auf X eine persönliche Note: „Willkommen zurück, liebe Nachbarn!“ Sie ergänzte: „Es darf nicht sein, dass einzelne Mitgliedstaaten ganz Europa schwächen.“
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gratulierte Magyar laut watson.ch zum „überwältigenden Sieg“ und signalisierte die Bereitschaft Kiews zu einem konstruktiven Neuanfang mit Budapest — nach Jahren, in denen Orbán EU-Hilfen für die Ukraine systematisch blockiert hatte.
Magyar selbst: historischer Moment, historische Verantwortung
Magyar knüpfte seinen Sieg laut Handelsblatt bewusst an die europäische Geschichte: „Heute, am 12. April 2026, haben Millionen Menschen wieder Geschichte geschrieben — genau 23 Jahre nachdem sie in einem Referendum für die Mitgliedschaft Ungarns in der EU stimmten.“ EVP-Chef Manfred Weber fasste die Stimmung auf dem Kontinent zusammen: „Willkommen zurück im Herzen Europas.“
Credits: APA
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