Am 17. Todestag von Jörg Haider, dem wohl umstrittensten Politiker der Zweiten Republik, sorgt FPÖ-Chef Herbert Kickl mit einem emotionalen Facebook-Posting für Aufsehen. Mit rührenden Worten erinnert er an den ehemaligen Landeshauptmann von Kärnten und FPÖ-Ikone, der 2008 bei einem Autounfall tragisch ums Leben kam.
Ein Mann mit „Mut, Weitblick und Leidenschaft“
„Jörg Haider war ein Mann, der Missstände erkannte und aussprach, was viele dachten“, schreibt Kickl in seinem Beitrag. Haider sei jemand gewesen, der sich nicht vom Mainstream habe treiben lassen, sondern eine klare Richtung vorgab. „Heimat, Freiheit und Gerechtigkeit waren für ihn keine leeren Worte, sondern Werte, für die es sich zu kämpfen lohnt“, so Kickl weiter. Wie die Plattform oe24.at berichtet, schließt Kickl mit den Worten: „Danke, lieber Jörg. Für Dein Vorbild, Deine Inspiration, Dein Lebenswerk.“
Haiders Vermächtnis: Ein Erbe, das polarisiert
Jörg Haider, geboren 1950 in Bad Goisern, war eine der prägendsten Figuren der österreichischen Politik. Von 1986 bis 2000 führte er die FPÖ und spaltete später die Partei, um das BZÖ zu gründen. Seine Karriere war geprägt von Kontroversen, darunter seine Nähe zu rechtspopulistischen Positionen und umstrittene Aussagen, wie etwa die Lobpreisung der Beschäftigungspolitik im Dritten Reich. Dennoch bleibt er für viele ein Symbol für politischen Mut und Volksnähe.
Haider war nicht nur ein begnadeter Redner, sondern auch ein Meister der Inszenierung. Seine Wahlkämpfe waren geprägt von populistischen Parolen und einer klaren Abgrenzung vom politischen Establishment. Doch auch seine Gegner räumen ein, dass er die politische Landschaft Österreichs nachhaltig geprägt hat.
Ein tragisches Ende
Am 11. Oktober 2008 endete Haiders Leben abrupt. Nach einer Feier in Klagenfurt verlor er auf der Loiblpass-Straße die Kontrolle über seinen Wagen. Mit 1,8 Promille Alkohol im Blut und stark überhöhter Geschwindigkeit prallte er gegen eine Betonmauer. Der Unfallort in Lambichl wurde schnell zur Pilgerstätte für seine Anhänger.
Kickls Botschaft: Ein Blick in die Zukunft?
Mit seinem Posting zeigt Kickl, wie stark Haiders Erbe noch immer in der FPÖ verankert ist. „Sein Vermächtnis lebt in all jenen weiter, die den Mut haben, gegen ein ungerechtes System anzukämpfen“, schreibt er. Doch Kritiker werfen Kickl vor, Haiders Andenken für politische Zwecke zu instrumentalisieren.
Ob Haider selbst mit der heutigen FPÖ zufrieden gewesen wäre? Darüber lässt sich nur spekulieren. Sicher ist jedoch: Sein Name bleibt untrennbar mit der Geschichte der Partei und des Landes verbunden.
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