Chaos auf hoher See: Gaza-Hilfsflottille versinkt in Streit und Skandalen

Chaos auf hoher See: Gaza-Hilfsflottille versinkt in Streit und Skandalen

Die Hilfsflottille für Gaza, die mit großen Ambitionen und prominenten Unterstützern wie Greta Thunberg gestartet ist, droht auf halber Strecke zu scheitern. Statt die israelische Seeblockade zu durchbrechen, kämpft die Flotte mit internen Querelen, Rücktritten und Vorwürfen – ein Drama, das seinesgleichen sucht.

Greta Thunberg: Vom Hoffnungsträger zur Rebellin

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg, die als prominentes Gesicht der Flottille galt, hat ihre Rolle im Leitungsgremium der „Global Sumud Flotilla“ (GSF) niedergelegt. Wie die italienische Zeitung Il Manifesto berichtet, begründete Thunberg ihren Rücktritt mit der mangelnden Fokussierung der Führung auf die humanitäre Mission. Stattdessen, so Thunberg, werde zu viel über interne Probleme gesprochen. Auf Instagram postete sie ein Video, in dem sie eine Palästina-Flagge in den Wind hält und schrieb: „Wir segeln für eine Welt frei von Rassismus und Unterdrückung.“

Doch Thunbergs Abgang vom zentralen „Familienboot“ auf ein Nebenschiff sorgte für Spekulationen. Laut der Jüdischen Allgemeinen wechselte sie ausgerechnet auf ein Boot, das zuvor durch einen Brand beschädigt wurde – ein Vorfall, der von den Organisatoren als Drohnenangriff dargestellt wurde. Tunesische Behörden widersprachen jedoch und sprachen von einem Feuer, das durch eine Signalrakete ausgelöst wurde.

Streit um LGBTQ+-Aktivisten: Ein Riss durch die Flotte

Ein weiterer Skandal erschüttert die Flottille: Der tunesische Koordinator Khaled Boujemâa trat aus Protest zurück, nachdem er sich über die Teilnahme queerer Aktivisten „belogen“ fühlte. Wie das französische Magazin Le Courrier de l’Atlas berichtet, kritisierten auch andere Teilnehmer wie die Aktivistin Mariem Meftah die Präsenz von LGBTQ+-Personen an Bord. Meftah erklärte auf Facebook, dass Homosexualität zwar Privatsache sei, aber eine „LGBTQ+-Agenda“ nicht mit islamischen Überzeugungen vereinbar sei.

Dieser Konflikt führte zu hitzigen Diskussionen und weiteren Abgängen. Der Sprecher der Flottille, Yusuf Omar, verließ die Mission, um „direkt in Gaza zu helfen“. Zuvor hatte er den Ausschluss einer italienischen Journalistin verteidigt, die von Aktivisten als „gefährlich“ bezeichnet und aus dem Hafen von Catania vertrieben wurde.

Intrigen und Vorwürfe: Die Flottille in der Kritik

Die internen Streitigkeiten sind nicht das einzige Problem der Flottille. Laut der Jüdischen Allgemeinen werfen israelische Behörden den Organisatoren Verbindungen zu terroristischen Gruppen wie der Hamas vor. Namen wie Marouane Ben Guattaya und Wael Nawar, die angeblich Kontakte zu radikalen Organisationen pflegten, stehen im Raum.

Das israelische Außenministerium hat bereits klargestellt, dass die Schiffe nicht die Seeblockade durchbrechen dürfen. Stattdessen bot Israel an, die Hilfsgüter im Hafen von Aschkelon zu entladen und nach Gaza zu transportieren – ein Vorschlag, der von den Organisatoren abgelehnt wurde.


Quellen:

Credits: APA

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