BSW als Zünglein an der Waage: Wagenknecht hält Schlüssel zur Macht

BSW als Zünglein an der Waage: Wagenknecht hält Schlüssel zur Macht

Ausgerechnet 3.500 Stimmen könnten in Sachsen-Anhalt über die politische Zukunft entscheiden: Das Bündnis Sahra Wagenknecht zieht überraschend in den Magdeburger Landtag ein – und verhindert damit die absolute Mehrheit der AfD. Damit rückt eine kleine Truppe von fünf Abgeordneten ins Zentrum der Macht.

Knapper Einzug mit großer Wirkung

Mit 5,3 Prozent der Stimmen schaffte das BSW den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde – nur rund 3.500 Stimmen gaben dabei den Ausschlag. Genau dieser knappe Erfolg sorgte dafür, dass die AfD unter Spitzenkandidat Ulrich Siegmund die absolute Mandatsmehrheit um drei Sitze verpasste. Da alle anderen im Landtag vertretenen Parteien eine Zusammenarbeit mit dem Wahlsieger kategorisch ausschließen, fällt den fünf BSW-Abgeordneten damit eine zentrale Rolle bei der künftigen Regierungsbildung zu.

Wagenknecht spricht von „politischem Neubeginn“

BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht selbst wertet das Ergebnis als Chance für einen inhaltlichen Kurswechsel im Land. Sie hofft nun auf Mehrheiten im Magdeburger Landtag für einen Kurswechsel in der Energiepolitik, ein Ende der Russland-Sanktionen, bessere Bildung und eine grundlegende Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Eine förmliche Koalition schließt sie zwar aus, eine Zusammenarbeit in einzelnen Sachfragen aber ausdrücklich nicht. Landes-Spitzenkandidat Thomas Schulze bestätigt inhaltliche Überschneidungen mit der AfD: „Wir haben schon einige Schnittmengen“, „vor allen Dingen in der Russlandfrage.“ Auch bei der Forderung nach „preiswerter Energie“ sowie in Teilen der Migrationspolitik zeigen sich Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Parteien.

Streit um „überparteilichen“ Ministerpräsidenten

Konkret bringt das BSW die Idee eines überparteilichen Ministerpräsidenten ins Spiel – ein Vorschlag, den AfD-Spitzenkandidat Siegmund allerdings als „Gewurschtel“ rundweg ablehnt. Er bezeichnet das BSW umgekehrt als „Teil des Problems“ und lässt durchblicken, notfalls auch auf Neuwahlen zuzusteuern, sollte keine Regierung zustande kommen: „dann haben wir halt 50 oder 55 Prozent.“

Patt-Szenario im dritten Wahlgang droht

Wie brisant die Lage tatsächlich ist, zeigt eine mögliche Pattsituation: Sollte sich das BSW im entscheidenden dritten Wahlgang der Ministerpräsidentenwahl der Stimme enthalten, drohte im Landtag ein Ergebnis von 39 zu 39 Stimmen. Ob und wie sich die Fronten in den kommenden Wochen auflösen, dürfte damit maßgeblich vom Verhandlungsgeschick zwischen AfD, BSW und den übrigen Parteien abhängen.

Credits: https://sahra-wagenknecht.de/pressefotos/

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