Bonus-Regen im Finanzministerium: Brunner verteilte satte Prämien trotz Budgetloch

Bonus-Regen im Finanzministerium: Brunner verteilte satte Prämien trotz Budgetloch

Während Österreich mit einem überraschend hohen Budgetdefizit kämpft, flossen im Finanzministerium unter dem damaligen Ressortchef Magnus Brunner (ÖVP) offenbar großzügige Belohnungen an seine engsten Mitarbeiter. Eine parlamentarische Anfrage bringt nun pikante Details ans Licht und sorgt für helle Aufregung.

Über 128.000 Euro für 14 Spitzenkräfte

Wie aus einer Anfragebeantwortung an den FPÖ-Nationalratsabgeordneten Harald Schuh hervorgeht, wurden im Jahr 2024 insgesamt 128.444 Euro an nur 14 Personen aus dem Umfeld des Ministers ausgezahlt. Wie oe24 berichtet, ergibt das eine durchschnittliche Prämie von über 9.000 Euro pro Kopf. Zu den Begünstigten zählten demnach der Kabinettschef, vier seiner Stellvertreter, vier Pressesprecher sowie fünf Sektionsleiter.

Dieser Geldsegen fällt in eine Zeit, in der das Budgetdefizit mit 4,7 Prozent deutlich über den EU-Maastricht-Kriterien lag – eine Entwicklung, die viele Bürger kalt erwischte. Die Auszahlung der Prämien fand laut dem Bericht allerdings bereits im zweiten Quartal statt, als Wirtschaftsforscher noch von einem geringeren Defizit ausgingen.

FPÖ-Abgeordneter tobt: „Ein Schlag ins Gesicht“

Die Enthüllungen stoßen auf scharfe Kritik. Der FPÖ-Abgeordnete Schuh äußerte sich gegenüber oe24 empört: „Das ist wirklich unglaublich und ein Schlag ins Gesicht jedes Österreichers.“ Es sei untragbar, dass ausgerechnet jenes Ressort, das für eine solide Budgetführung verantwortlich sein sollte, „auf ganzer Linie versagt“ und sich dafür auch noch mit üppigen Boni belohne.

Schuh prangert an, dass die fünf höchsten Einzelbelohnungen allesamt über 9.000 Euro lagen. „Während die Bürger unter Inflation, Rekordschulden und Steuerdruck leiden, gönnt sich die Ministeriumsspitze offenbar selbst großzügige Prämien auf Kosten der Allgemeinheit“, so der Abgeordnete. Er hegt den Verdacht, dass hier „politische Günstlinge belohnt wurden“.

Entwicklung der Zahlungen unter die Lupe genommen

Die Praxis der Bonuszahlungen ist nicht neu, doch die Summen sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Ein Blick auf die Zahlen der Vorjahre zeigt die Entwicklung:

  • 2020: 54.785 Euro für sieben Personen
  • 2021: 90.918 Euro für elf Personen
  • 2022: 73.304 Euro für zehn Personen
  • 2023: 104.969 Euro für zwölf Personen

Die Anfrage wurde von Brunners Nachfolger, dem jetzigen Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ), beantwortet. Ob er diese umstrittene Praxis fortführen wird, bleibt vorerst unklar. „Über die Modalitäten zu künftigen Belohnungen wurde bislang keine Entscheidung getroffen“, heißt es in der offiziellen Stellungnahme. Die Debatte über die Angemessenheit solcher Zahlungen in Krisenzeiten ist damit wohl erst eröffnet.

Credits: APA

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