Eine Szene des puren Terrors spielte sich in einem Zug nahe der englischen Stadt Huntingdon ab und endete mit zehn Verletzten, die nach einer brutalen Messerattacke ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten. Für neun der Opfer ist die Lage kritisch, sie kämpfen um ihr Leben. Das schockierende Ereignis löste einen massiven Polizeieinsatz aus, an dem auch Anti-Terror-Einheiten beteiligt sind, und hat die Öffentlichkeit fassungslos gemacht.
„Lauft, lauft, da ist ein Kerl, der alle absticht!“
Das Chaos begann am Samstagabend im LNER-Zug um 18:25 Uhr auf der Fahrt von Doncaster nach London King’s Cross. Wie die BBC berichtet, brach unter den Fahrgästen Panik aus, als ein Mann mit blutigem Arm durch einen Waggon rannte und schrie: „Sie haben ein Messer, lauft!“ Was einige zunächst für einen späten Halloween-Streich hielten, wurde schnell zu einem Kampf um Leben und Tod.
Der Augenzeuge Olly Foster schilderte der BBC die „pure Panik“ an Bord. Er beschrieb, wie er seine Hand mit Blut bedeckt sah, nachdem er sich an einem Sitz abgestützt hatte, und ihm der Ernst der Lage bewusst wurde. Fahrgäste sollen ihre eigenen Jacken benutzt haben, um die Blutungen der Verletzten zu stoppen. In einem Moment unglaublichen Mutes soll ein älterer Mann ein junges Mädchen vor einem Angreifer geschützt und dabei selbst Schnittwunden an Kopf und Hals erlitten haben. Die Tortur, die etwa 10 bis 15 Minuten dauerte, fühlte sich für die im Zug Eingeschlossenen an „wie eine Ewigkeit“.
Helden und Horror am Bahnhof von Huntingdon
Als der Zug außerplanmäßig in Huntingdon, etwa hundert Kilometer nördlich von London, hielt, stürmten bewaffnete Polizisten den Bahnsteig. Die British Transport Police bestätigte, dass sie gegen 19:42 Uhr Ortszeit alarmiert wurde. Wie die deutsche Zeitung BILD berichtet, beschrieben Zeugen, wie die Polizei einen der Verdächtigen mit einem Taser außer Gefecht setzte, bevor sie ihn festnahm. Insgesamt wurden zwei Männer in Gewahrsam genommen.
Die Rettungsdienste riefen einen „schwerwiegenden Vorfall“ aus. Während das Motiv unklar bleibt, erklärte die British Transport Police, dass Anti-Terror-Beamte die Ermittlungen unterstützen, um den Sachverhalt aufzuklären. Sie hat die Öffentlichkeit dringend gebeten, Spekulationen zu vermeiden, während die Ermittlungen andauern. Chief Superintendent Chris Casey beschrieb es als einen „schockierenden Vorfall“ und bestätigte, dass Straßen- und Bahnstrecken um den Bahnhof für längere Zeit gesperrt wurden.
Eine Nation unter Schock
Der gewalttätige Angriff hat Schockwellen im gesamten Vereinigten Königreich ausgelöst. Premierminister Keir Starmer nannte die Ereignisse „zutiefst beunruhigend“ und sprach den Rettungskräften seinen Dank aus. Andere politische Führer, darunter Innenministerin Shabana Mahmood, schlossen sich diesen Worten an und drückten ihre Anteilnahme für die Opfer und ihre Familien aus.
Während neun Menschen weiter um ihr Leben kämpfen, ringt eine Nation mit der sinnlosen Gewalt, die eine alltägliche Zugfahrt in ein Blutbad verwandelte. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, während die Behörden unermüdlich daran arbeiten, die Hintergründe dieser schrecklichen Tat aufzuklären.
Credits: APA
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