Blitz-Abschluss bei den Metallern: Löhne steigen – aber unter der Inflation!

Blitz-Abschluss bei den Metallern: Löhne steigen – aber unter der Inflation!

Es war ein historischer Moment: Nach nur einem Verhandlungstag einigten sich die Sozialpartner der Metallindustrie auf einen neuen Kollektivvertrag. Doch die Lohnerhöhung bleibt hinter den Erwartungen vieler zurück.

Ein Abschluss im Eiltempo

Am Montag, dem wohl letzten warmen Tag des Jahres, trafen sich die Gewerkschaft und der Fachverband Metalltechnische Industrie (FMTI) in der Wirtschaftskammer. Und dann ging alles ganz schnell: Bereits um 18 Uhr stand der neue Kollektivvertrag (KV) fest. Die KV-Löhne steigen ab 1. November um zwei Prozent, die Ist-Löhne um 1,41 Prozent. Ein Abschluss, der unter der aktuellen Inflationsrate liegt – und das sorgt für gemischte Reaktionen.

Reinhold Binder, Chefverhandler der Gewerkschaft Pro-Ge, bezeichnete den Deal als „Krisen-Abschluss auf Zeit“. Auch Christian Knill, Vertreter der Arbeitgeberseite, zeigte sich zufrieden und sprach von einem „guten Abschluss für unsere Betriebe“.

Zwei Jahre Planungssicherheit

Besonders bemerkenswert: Der neue KV gilt gleich für zwei Jahre. Ab November 2026 sollen die KV-Löhne um 2,1 Prozent und die Ist-Löhne um 1,9 Prozent steigen. Zusätzlich gibt es zwei Einmalzahlungen von jeweils 500 Euro – eine im Dezember 2025 und eine im Juli 2026. Lehrlinge erhalten 250 Euro, mit der Option auf eine zweite Prämie, wenn sie bis Juni 2026 in ein Arbeitsverhältnis wechseln.

„Es ist ein starkes Signal der Sozialpartnerschaft“, betonte Binder. Doch er richtete auch einen Appell an die Regierung: „Die Teuerung muss endlich in den Griff bekommen werden, und die Energiekosten müssen sinken.“

Keine Forderungen, keine Kämpfe

Ungewöhnlich: Die Gewerkschaft verzichtete diesmal auf konkrete Forderungen und kämpferische Töne. Stattdessen ging man „völlig offen“ in die Verhandlungen, wie Binder erklärte. Das Ziel: Planbarkeit und Sicherheit für die Industrie in schwierigen Zeiten.

Ein Blick zurück: Historische Vergleiche

Ein Abschluss am ersten Verhandlungstag? Das gab es zuletzt 2020, mitten in der Coronakrise. Damals lag die Lohnerhöhung exakt auf Inflationsniveau. Dieses Jahr jedoch bleibt der Abschluss hinter der Teuerung zurück – ein bitterer Beigeschmack für viele Beschäftigte.

Fazit: Ein Kompromiss mit Fragezeichen

Während die Arbeitgeber den Abschluss als Erfolg feiern, bleibt bei den Arbeitnehmern ein Gefühl der Enttäuschung. Die Lohnerhöhungen reichen nicht aus, um die steigenden Lebenshaltungskosten auszugleichen.

Wie die „Die Presse“ berichtet, bleibt abzuwarten, ob dieser Kompromiss die gewünschte Stabilität bringt – oder ob die nächste Lohnrunde wieder hitziger wird.

Quelle: Die Presse

Credits: APA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest
2 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
2
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x