Zwischenrufe beim Sonntags-Gottesdienst, Proteste der Gläubigen beim Bischof in Passau und ein Streik von 100 Messdienern: Das aus Passau erteilte Auftrittsverbot für den offensichtlich sehr beliebten Pfarrer von Hauzenberg (Bayern) dürfte absolut nicht gut bei den Schäfchen von Alexander Aulinger (47) ankommen.
Der Pfarrer wurde beim Bischof schwer beschuldigt: Das Bistum Passau hat sich nach Vorwürfen der „geistlichen Manipulation“ und Alkoholmissbrauch bei Ausflugsfahrten dazu entschieden, gegen Alexander Aulinger ein „vorläufiges Zelebrationsverbot“ und ein „Verbot des öffentlichen Auftritts als Priester“ zu verhängen. Auch der Staatsanwaltschaft soll ein 151 Seiten starkes Dossier vorliegen.
Jetzt ist aber im Bistum der Teufel los: Mit Beifall und Zwischenrufen wie „Wo ist Aulinger?“ haben1000 Gläubige bei der Sonntagsmesse in Hauzenberg ihre Solidarität mit dem abgesetzten Pfarrer demonstriert.
Proteste auch während dem Gottesdienst
Feuerwehrleute in Uniform, Trachtenvereine und Familien füllten die Pfarrkirche St. Vitus bis auf den letzten Platz, berichtete der Bürgerblick. Den Gottesdienst leitete Domprobst Hans Striedl – als Gesandter des Bischofs Stefan Oster. Applaus brandet auf, als Striedl das Thema Kirchenaustritt anspricht. Auch Aussagen wie „nicht austreten, sondern auftreten und den Mund aufmachen“ sorgen für hörbare Reaktionen. Zwischendurch ruft jemand „Aufhören!“
Außerdem legten auch 100 Messdiener aus Protest ihren Dienst nieder. Man beklagt eine „Hetzjagd“ sieht Alexander Aulinger von einem „Denunzianten“ verunglimpft. Aulinger sei, so der Trachtenverein, „einer der besten Seelsorger“. Der Pfarrer selbst wehrt sich gegen die Anschuldigungen, seine Gemeinde stärkt ihm den Rücken.
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