Benko über Haft: „Wie zu Kaisers Zeiten“ – doch Richterin bleibt hart

Benko über Haft: „Wie zu Kaisers Zeiten“ – doch Richterin bleibt hart

Für den gefallenen Immobilien-Tycoon René Benko wird die Luft hinter Gittern immer dünner. All sein Klagen über veraltete Technik und die angebliche Unmöglichkeit, aus der Zelle heraus seine Unschuld zu beweisen, prallten an der zuständigen Richterin ab. Das Ergebnis: Benko muss auch den Jahreswechsel in der Untersuchungshaft verbringen.

„Nur außerhalb der Haft“ könne er seine Unschuld beweisen

Einmal mehr versuchte der gestrauchelte Milliardär, seine Entlassung aus der U-Haft zu erwirken. Seine Argumentation, die er laut Medienberichten wiederholt vorbrachte, ist stets dieselbe: Nur in Freiheit habe er die Möglichkeit, auf entscheidende Unterlagen wie seinen historischen Mailverkehr zuzugreifen und so die schweren Vorwürfe gegen ihn zu entkräften. Wie heute.at berichtet, zeigte sich Benko dabei zunehmend frustriert über die Umstände seiner Haft.

Sein iPad sei technisch auf dem Stand vom 19. September und die Aktualisierung des Geräts laufe ab „wie zu Zeiten des Kaisers“. Es müsse umständlich nach Wien geschickt, dort aktualisiert und dann wieder per Post retourniert werden – ein Prozess, der laut Benko eine ganze Woche in Anspruch nehme.

Richterin beeindruckt das wenig: Haft bis Jänner verlängert

Doch die Richterin am Landesgericht für Strafsachen in Wien blieb hart und verlängerte die Untersuchungshaft um weitere zwei Monate, wie unter anderem das Handelsblatt und newbusiness.at melden. Die Haft wurde bis zum 12. Januar 2026 ausgedehnt. Als Grund nannte das Gericht die fortbestehende Tatbegehungsgefahr. Für die Justiz wiegt der dringende Tatverdacht schwerer als Benkos angebliche technische Probleme.

Vorwürfe haben es in sich: Es geht um Millionen

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ermittelt in mehr als einem Dutzend verschiedener Stränge gegen den Signa-Gründer. Die Vorwürfe reichen von betrügerischer Krida über schweren Betrug und Untreue bis hin zu Förderungsmissbrauch. Der ermittelte Gesamtschaden soll sich laut Staatsanwaltschaft aktuell auf rund 300 Millionen Euro belaufen.

Konkret geht es in einem der Verfahren darum, dass Benko Vermögenswerte vor seinen Gläubigern versteckt haben soll. Wie das Handelsblatt berichtet, stehen dabei 120.000 Euro in bar sowie elf Luxusuhren und andere Wertgegenstände im Gesamtwert von fast 250.000 Euro im Fokus.

Der nächste Prozess steht bereits vor der Tür. Wie die Textilwirtschaft.de und die OVB Heimatzeitungen berichten, muss sich Benko schon am 10. Dezember erneut vor dem Landesgericht Innsbruck verantworten. Den Jahreswechsel wird der einst so gefeierte Unternehmer also definitiv hinter schwedischen Gardinen verbringen.

Quellen: heute.at, textilwirtschaft.de, handelsblatt.com, newbusiness.at, ovb-heimatzeitungen.de

Credits: APA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x