Am 19. Jänner 2026 sendete Studio Brussel, der staatlich finanzierte belgische Jugendsender des öffentlich-rechtlichen Rundfunks VRT, ein Live-Video, das nun international für Aufsehen sorgt. Anlässlich des sogenannten „Blue Monday“ – des als deprimierendsten Tag des Jahres geltenden dritten Montags im Jänner – richteten die Moderatoren Eva De Roo, Dries Lenaerts und Chefproduzent Sam De Bruyn einen improvisierten „Wut-Raum“ ein. Darin schlugen sie mit einem Hammer auf verschiedene Gegenstände ein – darunter Geschirr und ein Computerbildschirm. Wie Brussels Signal berichtet, wurden dabei auch eine Marien-Statue und eine Jesus-Figur zerstört.
Das Interview, das alles in Gang setzte
Das Video schlummerte zunächst weitgehend unbemerkt – bis ein Interview bei den „Radiodays Europe“ in Riga (22. bis 24. März 2026) die Sache ins Rollen brachte. Wie exxpress.at berichtet, konfrontierte der irisch-katholische EWTN-Journalist Colm Flynn die drei Verantwortlichen direkt mit der Zerstörungsaktion. Flynn fragte, ob sie es nachvollziehen könnten, dass das Zertrümmern christlicher Statuen für gläubige Zuseher zutiefst verletzend sei.
Chefproduzent De Bruyn räumte laut National Catholic Register ein, die Aktion könnte manche Menschen verletzen – aber „in Belgien nicht wirklich“, da es kein religiöses Land mehr sei. Er betonte, alle zerstörten Gegenstände seien bereits beschädigt gewesen, und gestand zugleich: In einem anderen Land hätte er vorsichtiger gehandelt.
Die Schlüsselfrage – und eine aufschlussreiche Antwort
Der entscheidende Moment des Interviews: Flynn fragte, ob die Moderatoren auch ein Symbol des Propheten Mohammed zertrümmern würden. Wie gbnews.com berichtet, antwortete De Bruyn, das sei „eine sehr gefährliche Frage“. Moderatorin De Roo sagte klar „Nein“ – das wäre „unangebracht“, weil viele Muslime in Belgien lebten. Moderator Lenaerts erklärte ebenfalls, er würde auch keinen jüdischen Davidsstern zerstören.
Auf den offensichtlichen Widerspruch angesprochen, argumentierte De Roo, man sei selbst in der christlichen Tradition aufgewachsen – das Zertrümmern der Statue sei daher eine Art „über sich selbst lachen“. Journalist Flynn sprach am Ende des Gesprächs unverblümt von Doppelmoral: Christliche Symbole zerstören – kein Problem. Mohammed oder das Judentum antasten – niemals. Das Interview verbreitete sich auf X innerhalb kurzer Zeit hunderttausendfach.
Entschuldigung – aber erst nach öffentlichem Druck
Noch während des Interviews zeigte De Roo Reue: „Es tut mir so leid, wir hätten es nicht machen sollen. Wir haben nicht wirklich darüber nachgedacht.“ Am 24. März folgte die offizielle Entschuldigung. Wie Brussels Signal und der National Catholic Register berichten, erklärte VRT-Sprecherin Yasmine Van der Borght, Studio Brussel habe den „Blue Monday“-Sketch „falsch eingeschätzt“. Die Moderatoren entschuldigten sich, hätten die Sensibilität religiöser Symbole unterschätzt und würden heute anders handeln. VRT betonte, es sei ihr Ziel, allen Religionen mit Respekt zu begegnen.
Auch die Politik meldet sich zu Wort
Wie exxpress.at berichtet, bezeichnete die belgische Medienministerin Cieltje Van Achter (Neue Flämische Allianz) das Interview als „besonders schmerzhaft“, begrüßte aber die gezeigte Reue der Moderatoren. Sie hielt fest, dass in einer offenen Gesellschaft grundsätzlich alle Religionen Gegenstand von Kritik und Satire sein dürften. Das Video ist auf den offiziellen Seiten des Senders inzwischen nicht mehr abrufbar.
Quellen:
- exxpress.at: Radiosender zerstört Jesus-Statue: Angriffe auf Islam seien „unangebracht“, 27. März 2026
- VRT NWS (vrt.be): Irish journalist confronts VRT-radio presenters that smashed Christian icons, 24. März 2026
- Brussels Signal (brusselssignal.eu): Belgian public broadcasters smash Christian figures but say would not do so to Islamic or Jewish ones, März 2026
- National Catholic Register (ncregister.com): Belgian Radio Station Apologizes After Smashing Statues of Jesus, Blessed Mother, März 2026
- gbnews.com: Belgium news – Radio station presenters destroy Jesus statue, März 2026
- Colm Flynn (@colmflynnire) auf X: Offizielles Statement VRT, 24. März 2026
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