Mit einer durchaus populären Maßnahme will die neue Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz gleich zu Beginn ihrer Amtszeit ein Zeichen setzen: In ihrer ersten Kabinettssitzung hat sie mehr als zwei Dutzend Sonderbeauftragte und Koordinatoren der Bundesregierung und der Ministerien abgeschafft. Das geht aus einem Beschlusspapier hervor, das Politico vorliegt.
Schluss mit Sonderbeauftragten
Betroffen sind unter anderem prominente Rollen wie der Sonderbeauftragte für internationale Klimapolitik, der Sonderbevollmächtigte für Migrationsabkommen sowie der Koordinator für die deutsche Raumfahrtpolitik. Auch der Beauftragte für Bürokratieabbau wird gestrichen – ein Schritt, der in Berlin bereits für Spott sorgt: Ausgerechnet die Stelle, die für den Abbau überflüssiger Bürokratie zuständig war, wird nun selbst der Rationalisierung geopfert.
Die Merz-Regierung begründet den Schritt mit dem Ziel, Doppelstrukturen abzubauen, Verwaltungsaufwand zu reduzieren und Kompetenzen klarer den zuständigen Fachministerien zuzuweisen. Die betroffenen Themen sollen demnach nicht gestrichen, sondern direkt in den Ministerien verankert und dort „effizienter und zielgerichteter“ bearbeitet werden.
Wer ist betroffen?
Folgende Koordinatoren- und Sonderbeauftragten-Posten stehen laut Streichliste auf dem Prüfstand:
Meeresbeauftragte(r) der Bundesregierung
Koordinator(in) für Luft- und Raumfahrt
Sonderbeauftragte(r) für internationale Klimapolitik
Sonderbevollmächtigter für Migrationsabkommen
Koordinator für Bürokratieabbau und bessere Rechtsetzung
Koordinator für Güterverkehr und Logistik
Beauftragter für den Schienenverkehr
Sonderbeauftragter für den westlichen Balkan
Koordinatorin für die Ukraine-Dezentralisierung
Sonderbeauftragter für Rohstofftransparenz (EITI)
Koordinator für strategische Auslandsprojekte
Beauftragter für Informationstechnik
Koordinator für Zusammenarbeit mit Südlichem Kaukasus, Moldau und Zentralasien
Die Maßnahme gilt als Teil des angekündigten „Verschlankungskurses“ der neuen Koalition aus CDU/CSU und SPD. Kanzler Merz hatte bereits im Wahlkampf betont, dass die Bundesregierung „wieder effizienter und schlanker“ werden müsse.
Kritiker warnen jedoch davor, dass durch die Streichung zentraler Koordinierungsstellen auch politische Schwerpunkte verwässert werden könnten – etwa im Bereich Klimapolitik, Migration oder Digitalisierung.
Der Bürokratieabbau beginnt also bei der Regierung selbst. Ob der Wegfall dieser Koordinatoren tatsächlich zu mehr Effizienz führt – oder ob wichtige Themen dadurch an politischem Gewicht verlieren – wird sich erst in der praktischen Umsetzung zeigen.
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