Die Akzeptanz von Bargeld schwindet – und das könnte gravierende Folgen für unsere Gesellschaft haben. Verbraucherschützer warnen: Der schleichende Rückgang der Barzahlungsmöglichkeiten könnte Millionen Menschen ausschließen.
Selbstbedienungskassen: Praktisch oder problematisch?
Immer mehr Supermärkte, Drogerien und Baumärkte setzen auf Selbstbedienungskassen. Doch was für viele als Fortschritt gilt, sorgt bei Verbraucherschützern für Besorgnis. Laut Dorothea Mohn vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) sinkt die Akzeptanz von Bargeld kontinuierlich. „Das betrifft vor allem Kinder, Jugendliche und ältere Menschen, die nicht problemlos auf digitale Zahlungsmethoden umsteigen können“, erklärt Mohn.
Gesellschaftliche Teilhabe in Gefahr
Die Folgen könnten dramatisch sein: Menschen ohne Zugang zu Karten oder Smartphones droht der Ausschluss aus dem Alltag. Ob beim Ticketkauf, in der Gastronomie oder bei Behörden – wer nicht digital zahlt, steht oft vor verschlossenen Türen. Eine Umfrage des vzbv zeigt, dass 30 Prozent der Befragten in den letzten sechs Monaten mindestens einmal nicht bar zahlen konnten.
Verbraucherschützer fordern gesetzliche Maßnahmen
Um den Trend zu stoppen, fordern Verbraucherschützer eine gesetzliche Pflicht zur Bargeldannahme. „Es braucht eine Mindestquote an Kassen und Automaten, die Bargeld akzeptieren“, so die Forderung des vzbv. Ausnahmen sollen nur in engen Grenzen möglich sein, etwa wenn kein Wechselgeld verfügbar ist.
Warum Bargeld unverzichtbar bleibt
Bargeld bietet Vorteile, die digitale Zahlungsmethoden nicht ersetzen können: Es schützt die Privatsphäre, ermöglicht eine bessere Kontrolle der Ausgaben und funktioniert auch ohne Internet oder Strom. Doch die Nutzung sinkt. Laut einer Bundesbank-Studie wurden 2023 nur noch 51 Prozent der Bezahlvorgänge bar abgewickelt – ein Rückgang um sieben Prozentpunkte im Vergleich zu 2021.
Quellen: exxpress.at, derwesten.de, vzbv.de, tagesschau.de
Credits: APA
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