Kaum ist die Blamage in Niederösterreich verdaut, soll SPÖ-Chef Andreas Babler schon den nächsten innerparteilichen Angriff geplant haben — diesmal in der Steiermark. Doch der Zielpunkt wehrte sich umgehend.
Königsberger-Ludwig wollte nicht — jetzt soll Leichtfried ran
Der Reihe nach: Nur wenige Wochen nach dem Bundesparteitag, bei dem Babler mit 81,5 Prozent wiedergewählt worden war, versuchte er laut Kronen Zeitung, Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig zu einer Kampfkandidatur gegen den niederösterreichischen SPÖ-Landesparteichef Sven Hergovich zu bewegen. Hergovich gilt als Kritiker der Bundeslinie. Das Unterfangen endete blamabel — Königsberger-Ludwig zog ihre mögliche Kandidatur zurück, Hergovich soll nun Ende Mai unangefochten als Landesvorsitzender kandidieren.
Von dieser Lektion unbeeindruckt, plant Babler laut mehreren SPÖ-Insidern, die der Kronen Zeitung unabhängig voneinander Bericht erstatteten, das gleiche Spiel in der Steiermark. Das diesmalige Ziel: Max Lercher, seit September 2025 steirischer SPÖ-Landesparteichef, der mit 90,56 Prozent der Mitgliederstimmen gewählt worden war. Der Plan, wie er der Krone zugespielt worden sein soll: Staatssekretär Jörg Leichtfried, im Außenministerium für Nachrichtendienste zuständig, soll als Gegenspieler gegen Lercher aufgebaut werden — ähnlich wie man es in Niederösterreich mit Königsberger-Ludwig versucht hatte.
Lercher und Leichtfried weisen den Plan umgehend zurück
Der Plan hatte jedoch nur eine kurze Halbwertszeit. Leichtfried selbst dementierte gegenüber der Kronen Zeitung unmissverständlich: „Das ist ein kompletter Unfug. Zwischen Max Lercher und mir passt kein Blatt Papier.“ Damit ist der nächste vermeintliche Putschversuch noch vor seiner Umsetzung beendet.
Wie exxpress.at bereits im Jänner berichtete, hatte Lercher — ebenso wie Sven Hergovich, Wiens Bürgermeister Michael Ludwig und Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil — auf eine Mitgliedschaft in den Bundesgremien der SPÖ verzichtet. Dieser Schritt galt als deutliches Signal für die Distanz zwischen den Landesorganisationen und der Bundespartei unter Babler.
Pikante Vergangenheit: Lercher half Babler bei Wahlkampf
Besonders brisant: Laut Kronen Zeitung war es ausgerechnet Lercher, der — gemeinsam mit PR-Berater Rudi Fußi — Babler dessen Wahlkampagnen für den niederösterreichischen Landtagswahlkampf 2023 organisiert hatte. Was damals als parteiinterne Solidarität galt, scheint aus Sicht der Bundeszentrale keine Schuldigkeit mehr zu begründen.
Das Muster zeigt sich als konstant: Babler versucht laut Insidern, Bundespolitiker in die Länder zu entsenden, um dort kritische Landeschefs herauszufordern — und scheitert bisher jedes Mal. Wie profil bereits berichtet hatte, haben Lercher, Hergovich, Fellner (Kärnten) und Doskozil (Burgenland) kein besonderes Naheverhältnis zur Bundeszentrale und koordinieren sich zunehmend untereinander.
Credits: APA
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