Der Fall Babler/Mediencoaching bekommt nun einen etwas unangenehmen Geruch: Die Wiener Werbeagentur, die dem Vizekanzler das Sprechen in der ORF-Pressestunde lernen sollte, wird nämlich von einer früheren Chefredakteurin des SPÖ-Pressedienstes geführt – dieses Unternehmen erhielt für den Auftrag 6000 Euro Steuergeld.
Mit Fakten und absolut unaufgeregt hat ZiB2-Anchor Armin Wolf mit seinen hohen Ausgaben für ein Mediencoaching konfrontiert (exxtra24 berichtete: www.exxtra24.at/6000-euro-fuer-medien-coaching-bablers-zib2-wird-fuer-vizekanzler-zum-desaster/): Der SPÖ-Bundesparteivorsitzende konnte nicht widersprechen, dass er allein für die Vorbereitung für seinen Auftritt in der ORF-Pressestunde 6000 Euro Steuergeld ausgegeben hatte – immerhin hat sein Büro diese Zahlen selbst in einer Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage von Alma Zadic (Grüne) genannt.
6000 Euro sind für eine externe Medienberatung ziemlich viel Geld – immerhin hat Andreas Babler drei Pressesprecher (die hoffentlich auch in der Kommunikation ganz firm sind), weitere zehn Medien-Mitarbeiter im Ministerium und noch sieben Social-Media-Mitarbeiter, die alle zusammen im Jahr 1,99 Millionen Euro Steuergeld kosten.
Krisenkommunikation mit ziemlicher SPÖ-Nähe
Dass die Auswahl der Agentur, die den 6000-Euro-Job bekommen sollte, ganz zufällig passiert sein soll, ist eher unwahrscheinlich: So reicht ein Blick in das Firmen ABC im Web (siehe Screenshot unten), um zu erkennen, dass eine Geschäftsführerin der Werbeagentur und Krisenkommunikations-Beratungsfirma bettertogether GmbH eine gewisse Nähe zur SPÖ hat – Geschäftsführerin Catherina Straub war jahrelang in der Kommunikationsabteilung der SPÖ-Zentrale in der Löwelstraße führend tätig und übernahm 2007 sogar als Chefredakteurin den SPÖ-Pressedienst.
Jetzt ist es Andreas Babler natürlich selbst überlassen, von welchem Unternehmen er seine Kommunikationsfähigkeit bis zur Fernsehreife verbessern lässt – falls diese Aufträge dann von der Partei, aber nicht vom Ministerium (also dem Steuerzahler) finanziert werden.
Die hier aufgedeckte Vorgangsweise – SPÖ-Chef vergibt Auftrag an Ex-SPÖ-Chefredakteurin – sorgt allerdings für einen etwas strengen Geruch.
Auch dieser Fall belastet neben den peinlichen Eskapaden von Deregulierungs-Staatssekretär Sepp Schellhorn (NEOS) und den teuren Geld-Verteilungsaktionen von Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) massiv das Image der Dreier-Koalition. So sind wir Österreicher nicht.
PARMENION



Credits: Screenshots Firmen ABC
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