Während die ÖVP nach Stockers Neujahrsrede um vier Prozentpunkte zulegen kann, verharrt die SPÖ unter Andreas Babler auf historischem Tiefstand. Mit nur 18 Prozent liegt die einstige Großpartei auf Platz drei – ein Desaster mit Ansage. Die Frage wird immer drängender: Wie lange will die SPÖ noch zusehen, wie Babler die Partei in die Bedeutungslosigkeit manövriert?
Die nackten Zahlen: Ein Armutszeugnis
Die aktuelle Lazarsfeld-Umfrage für oe24 zeichnet ein verheerendes Bild. Die SPÖ liegt mit 18 Prozent nicht nur deutlich hinter der FPÖ (35 Prozent) und der ÖVP (24 Prozent) – sie büßt auch noch einen Prozentpunkt gegenüber der Vorwoche ein. Zum Vergleich: Bei der Nationalratswahl 2024 holte die SPÖ noch 21,1 Prozent.
Unter Babler hat die SPÖ drei Prozentpunkte verloren. Die einstige Arbeiterpartei, die einst mit Bruno Kreisky absolute Mehrheiten einfuhr, dümpelt nun auf dem dritten Platz vor sich hin – trotz Regierungsbeteiligung, trotz Vizekanzleramt, trotz medialer Präsenz.
Von Fettnäpfchen und Flops: Bablers Pannenserie
Die Umfragewerte kommen nicht von ungefähr. Seit seinem Amtsantritt reiht sich bei Babler ein Fehltritt an den nächsten. Die SPÖ startete Ende Oktober 2025 mit großem Tamtam den YouTube-Kanal „SPÖ Eins“. Das Ergebnis nach Monaten: gerade einmal 4.170 Abonnenten, viele Videos erreichen nur einige hundert Aufrufe – ein kompletter Flop.
Bablers Reaktion? Er startete im Jänner 2026 prompt das nächste Format: „Kein BlaBla mit Babler“ auf Facebook. Der Titel allein sorgte für Verwunderung – was als direkter Draht zur Bevölkerung verkauft wird, wirkt eher wie Social-Media-Influencing als politische Kommunikation auf Führungsebene.
„Politik ist kein Fast Food“: Ausreden statt Antworten
Besonders peinlich wurde es Anfang Jänner in der ZIB2. Auf die Frage von Moderatorin Margit Laufer, warum die Regierung die Teuerung nicht in den Griff bekomme, antwortete Babler mit einem Satz, der zum Zitat des Abends wurde: „Politik ist kein Fast Food.“ Babler wurde auf X heftig kritisiert: „Absolut irre, er versteht die Fragestellung ja gar nicht“, kommentierte ein Nutzer.
Ein anderer brachte es auf den Punkt: „Vizekanzler Babler spult wie ein Roboter seine Rede runter. Von Margit Laufer wird er mehrfach darauf hingewiesen, dass er keine Fragen beantwortet … er spult seine Rede weiter ab. Sehr mühsam zum Zuhören.“

Großspurige Ankündigungen, magere Ergebnisse
Auch inhaltlich bleibt Babler weit hinter seinen Versprechen zurück. Wie das Parlament dokumentiert, warf die FPÖ Babler im November 2025 „Totalversagen“ vor. Die temporäre Streichung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel? Nicht umgesetzt. Der Zinspreisdeckel für Häuslbauer? Fehlanzeige. Das Einfrieren aller Mieten bis Ende 2026? Kam nie.
Gerade das Versagen im Bereich Wohnen wiegt schwer, da die „großspurig angekündigte Mietpreisbremse“ nach Einschätzung der Opposition so gut wie keine Wirkung zeigt. Die größten Preistreiber sind die Betriebskosten – und die steigen munter weiter.
Koalitions-Chaos: Erst kontert, dann rudert zurück
Das jüngste Beispiel für Bablers chaotischen Politikstil: die Erbschaftssteuer-Debatte. Seine Staatssekretärin Michaela Schmidt schlug eine Volksbefragung zur Erbschaftssteuer vor – als Antwort auf Stockers Wehrpflicht-Pläne. Wie der ORF meldet, musste Babler umgehend zurückrudern: Es handle sich um eine „persönliche Meinung“, keine Parteiforderung.
Das Signal an die Öffentlichkeit: Babler hat seine eigene Regierung nicht im Griff. Während die eine Seite kontert, rudert die andere zurück. Professionelles Regieren sieht anders aus.
Sogar eigene Leute zweifeln
Besonders brisant: Selbst aus der eigenen Partei kommt Kritik. Als Babler behauptete, während der Flüchtlingskrise 2015 in Traiskirchen für Betreuungsagenden zuständig gewesen zu sein, widersprach Franz Schabhüttl, ehemaliger Leiter des Asylaufnahmezentrums. In einem Gastbeitrag in der Presse im September 2025 warf er Babler vor, „Unwahrheiten zu verbreiten“ und sich auf Kosten der Einrichtung zu profilieren, wie Wikipedia dokumentiert.
Die Gretchenfrage: Wie lange noch?
Mit 18 Prozent in den Umfragen, einer Pannenserie bei Medienauftritten und inhaltlichem Totalversagen stellt sich die Frage: Wie lange will die SPÖ noch zusehen, wie Babler die Partei systematisch ruiniert? Der Parteitag im ersten Halbjahr 2026 rückt näher – und mit ihm die Chance für die SPÖ, die Notbremse zu ziehen.
Doch Babler zeigt sich unbeeindruckt. Eine Kampfabstimmung erwartet er nicht, die Kritiker seien nur „einige wenige“. Diese Selbstüberschätzung könnte sein größter Fehler sein. Denn während Babler von Einigkeit spricht, versinkt seine Partei in der Bedeutungslosigkeit – ein Prozentpunkt nach dem anderen.
Credits: APA
Neueste Kommentare