Babler adelt Wien zur „Musterstadt“ – Opposition kontert scharf

Babler adelt Wien zur „Musterstadt“ – Opposition kontert scharf

Beim 78. Landesparteitag der Wiener SPÖ lobte Vizekanzler Andreas Babler die Bundeshauptstadt als leuchtendes Vorbild für ganz Österreich. Nicht alle teilen diese Begeisterung.

„Wien ist spitze“ – Babler in Jubellaune

Rund 1.000 Delegierte versammelten sich am Samstag in der Wiener Messe zum 78. Landesparteitag der Wiener Sozialdemokraten. Auf dem Programm stand neben der Wiederwahl von Bürgermeister Michael Ludwig auch eine Rede von Bundesparteichef und Vizekanzler Andreas Babler – und der ließ es an Lob nicht fehlen.

Wie nachrichten.at berichtete, bezeichnete Babler Wien als „Musterstadt“ schlechthin: „Wien zeigt, was alles möglich ist, wenn man entschlossen ein Programm für diese Stadt hat.“ Die Hauptstadt stehe für leistbares Leben und Wohnen, habe dem „neoliberalen Unsinn“ stets die Stirn geboten und sei bei Klimaschutz, Wirtschaft und Kultur vorbildlich. „Wien ist spitze, Wien ist an der Spitze“, rief Babler den Delegierten zu.

Regierungsarbeit als Beleg

Als Beweis für erfolgreiche SPÖ-Politik in der Bundesregierung verwies Babler laut den Salzburger Nachrichten auf die Einführung eines Mietendeckels, die Halbierung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel sowie Maßnahmen zur Dämpfung der Strompreise. Zudem verteidigte er die Förderung des Antidiskriminierungsvereins ZARA, dessen Mittel die ÖVP-Familienministerin streichen wollte. „Wir haben verhindert, dass diese wichtige Einrichtung abgedreht wird“, so Babler. Auch Frauenrechte, Armutsprävention für Kinder und der Kampf gegen Konzerngewinne in Krisenzeiten wurden als Erfolge der Koalitionsarbeit angeführt.

Ludwig mit leicht schwächerem Ergebnis wiedergewählt

Der eigentliche Hauptakt des Tages: Michael Ludwig wurde laut ORF Wien mit 92,33 Prozent als Landesparteichef bestätigt – minimal weniger als beim Parteitag 2024, als er 92,63 Prozent holte. Gegenkandidaten gab es keine. Ins Präsidium zieht künftig ein erweitertes Stellvertreterteam ein: Kathrin Gaal scheidet aus, Barbara Novak und Jürgen Czernohorszky rücken nach.

Opposition zeigt sich wenig beeindruckt

Erwartungsgemäß hielt die Opposition mit Gegenkritik nicht hinter dem Berg. Wie die Tiroler Tageszeitung berichtete, sagte FPÖ-Wien-Chef Dominik Nepp: „Diese Politik der Ludwig-SPÖ ist eine Schande. Wien braucht endlich einen Kurswechsel hin zu einer Politik für die österreichischen Staatsbürger.“ Die Grünen warfen der SPÖ vor, das Erbe des Roten Wien zu verspielen: Steigende Wohn- und Energiekosten sowie Kürzungen bei Sozialleistungen setzten die Wiener zunehmend unter Druck. ÖVP-Wien-Chef Markus Figl vermisste beim Parteitag schlicht die Inhalte: „Viel Bühne, viel Inszenierung – aber an Mut und Entschlossenheit fehlt es.“

Credits: APA

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