Regieren kostet Sympathien — das zeigt das aktuelle Polit-Barometer der Lazarsfeld Gesellschaft mit schonungsloser Deutlichkeit. Vizekanzler Andreas Babler ist der unbeliebteste Politiker im ganzen Ranking. Und wer ganz oben steht, regiert nicht in Wien.
Die Methode und was sie misst
Monatlich befragt die Lazarsfeld Gesellschaft im Auftrag von oe24 rund 1.000 Menschen, wer ihnen positiv und wer negativ aufgefallen ist. Aus der Differenz ergibt sich der Saldo. Die aktuelle Erhebung fand am 1. und 2. Juni 2026 statt. Das Ergebnis zeigt ein klares Muster: Fast alle Regierungsmitglieder sind im Minus.
Tanner vorne, Babler hinten
Beste unter den Ministerinnen und Ministern ist erneut Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) mit einem Saldo von minus sechs Punkten. Dahinter folgen Agrarminister Norbert Totschnig auf Platz zwei und Integrationsministerin Claudia Plakolm auf Rang drei, trotz eines Rückgangs um vier Punkte.
Bester SPÖ-Minister ist Finanzminister Markus Marterbauer auf Platz vier — betrachtet man nur die positiven Nennungen, läge er sogar vor Tanner. Knapp dahinter Verkehrsminister Peter Hanke. Deutlich abgestürzt ist Frauen- und Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner — von Spitzenplatzierungen zu Jahresbeginn ins Mittelfeld.
Das Schlusslicht ist eindeutig: Vizekanzler und SPÖ-Chef Andreas Babler erzielt mit einem Saldo von minus 35 Punkten den schlechtesten Wert aller abgefragten Politiker — weit hinter Kanzler Christian Stocker (minus 22) und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (minus 27).
Kickl als einziger Bundespolitiker im Plus
FPÖ-Chef Herbert Kickl ist der einzige prominente Bundespolitiker mit einem positiven Saldo: plus ein Punkt. Das Barometer bestätigt damit ein bekanntes Muster: Oppositionsparteien schneiden in solchen Erhebungen strukturell besser ab als Regierungsparteien, die unpopuläre Entscheidungen verantworten müssen.
Kunasek dominiert: +20 trotz Gegenwind
Der deutlichste Ausreißer des Barometers sitzt in Graz. Steirischer Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ) führt das gesamte Ranking mit einem Saldo von plus 20 Punkten an — trotz eines laufenden Sparkurses im Land, des Finanzskandals der Grazer FPÖ und eigener laufender Ermittlungen gegen seine Person. Sein vergleichsweise frisches Image seit dem Amtsantritt vor eineinhalb Jahren dürfte eine Rolle spielen. Knapp im positiven Bereich hält sich auch Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ). Alle anderen Landeshauptleute sind im Minus.
Credits: BKA Andy Wenzel
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