Razzia beim Ex-Kanzler: Der Signa-Sumpf zieht Alfred Gusenbauer immer tiefer hinein

Razzia beim Ex-Kanzler: Der Signa-Sumpf zieht Alfred Gusenbauer immer tiefer hinein

Der Absturz des Immobilien-Imperiums von René Benko nimmt immer dramatischere Züge an. Jetzt rückt einer der prominentesten Begleiter des Tiroler Investors massiv ins Visier der Justiz: Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) macht Ernst und schickt ihre Ermittler los.

Millionen-Schaden und Razzien

Die WKStA ermittelt gegen Gusenbauer wegen Untreue und Betrug. Der konkrete Vorwurf wiegt schwer: In seiner Rolle als Aufsichtsratschef der Signa Development und der Signa Prime soll er im Herbst 2022 seine Befugnisse missbraucht haben. Laut den Ermittlern geht es um einen Schaden von satten 10 Millionen Euro für die beiden Gesellschaften. Die Soko Signa fackelte nicht lange und führte bereits Hausdurchsuchungen an mehreren Adressen in Wien und Niederösterreich durch.

Doch wohin floss das viele Geld? Wie Die Presse enthüllt, drehen sich die brisanten Zahlungen offenbar um den früheren deutschen Signa-Manager Timo Herzberg. Gusenbauer soll ungerechtfertigte Abschlagszahlungen auf eine Erfolgsbeteiligung für ihn abgenickt haben – und das völlig ohne die nötige Zustimmung der restlichen Aufsichtsräte. Herzberg selbst wurde übrigens erst kürzlich in Berlin verhaftet und kam nur unter strengen Auflagen wieder auf freien Fuß. Gusenbauer bestreitet über seinen Anwalt alle Vorwürfe und gibt sich zuversichtlich, die Sache schnell aufklären zu können. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

Fürstliche Gagen für den Ex-Kanzler

Dass Gusenbauer im Signa-Reich glänzende Geschäfte machte, ist längst kein Geheimnis mehr. Wie das Magazin News detailliert aufzeigt, kassierte der ehemalige SPÖ-Politiker über die Jahre gigantische Summen. Allein für angebliche Beratungen rund um die deutsche Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof stellte seine Firma rund zwölf Millionen Euro in Rechnung. Selbst als das Signa-Schiff im Jahr 2023 bereits massive Schlagseite hatte, kletterte seine Beiratsgage auf stolze 50.000 Euro pro Monat. Wie das Portal Weekend.at ergänzt, muss er sich derzeit vor dem Handelsgericht verantworten. Der Masseverwalter fordert Beraterhonorare in Höhe von fünf Millionen Euro zurück, da er keine echten Gegenleistungen erkennen kann.

Benko und das dubiose Geldkarussell

Während die Schlinge um Gusenbauer enger wird, sitzt René Benko weiterhin in Innsbruck in Untersuchungshaft. Laut exxpress weitet die WKStA auch hier ihre Ermittlungen deutlich aus. Die Behörde nimmt ein regelrechtes „Geldkarussell“ ins Visier. Benko soll Gesellschafter mit falschen Versprechungen zu Millionen-Investitionen verleitet haben. Zudem prüfen die Ermittler dubiose und völlig unbesicherte Kredite zwischen den verschiedenen Signa-Firmen. Dabei geht es um schwindelerregende Summen im zwei- bis dreistelligen Millionenbereich.

Quellen: exxpress, Die Presse, Weekend.at, News.at
Credits: APA

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