Wien zieht die Zügel an. Wer vorhat, vor dem Westbahnhof ein kühles Bier zu trinken, muss seine Pläne jetzt ändern. Die Stadt hat in der Gegend offiziell ein striktes Alkoholverbot verhängt und lässt dabei keinen Spielraum. Mit dieser Maßnahme will man die Straßen von Streitigkeiten und Vermüllung befreien, die Anwohner und Passanten schon lange ärgern.
Der 50-Euro-Schluck
Die neuen Regeln greifen rund um die Felberstraße und den Neubaugürtel sofort und ohne Kompromisse. Man muss nicht einmal einen Schluck nehmen – wer nur eine Bierdose öffnet oder eine angebrochene Weinflasche bei sich trägt, riskiert bereits eine Strafe ab 50 Euro.
Die Polizei hat jetzt die Befugnis, Passanten anzuhalten, ihre Getränke zu kontrollieren und Alkohol direkt vor Ort zu beschlagnahmen. Wer nur einen Sechserträger für Zuhause besorgt und diesen geschlossen lässt, bleibt unbehelligt – solange klar ist, dass es direkt nach Hause geht. Lokale und Imbissstände sind von der Regelung ausgenommen, dort darf weiterhin an Tischen konsumiert werden.
Null Toleranz im Park
Das harte Vorgehen endet aber nicht am Bahnhof. Gleich um die Ecke ist der Fritz-Imhoff-Park bei der U6-Station Gumpendorfer Straße jetzt eine streng überwachte Schutzzone – rund um die Uhr, sieben Tage die Woche. Die Stadt geht mit voller Härte gegen die örtliche Drogenszene vor.
Wenn die Polizei den Verdacht hat, dass jemand Drogen konsumiert oder damit handelt, kann sie die Person sofort aus dem Park verweisen. Die Strafen sind empfindlich: Beim ersten Verstoß drohen bis zu 1.000 Euro, bei Wiederholung steigt die Geldstrafe sogar auf satte 4.600 Euro. Um den Park für alle sicherer zu machen, wird nun öfter gereinigt, es gibt mehr Entsorgungsstellen für Spritzen und nachts bleibt die Anlage komplett geschlossen.
Politische Lager uneins über das harte Vorgehen
Die strengen neuen Regeln haben im Rathaus eine hitzige Debatte entfacht. SPÖ, FPÖ und ÖVP begrüßen das Vorgehen und sprechen von einem wichtigen Schritt für mehr öffentliche Sicherheit und Ruhe im Grätzel. Sie fordern saubere Straßen und sichere Parks für alle.
Die Grünen sehen die Situation allerdings anders. Sie warnen, dass Geldstrafen und Zäune das grundlegende Problem nicht lösen werden. Stattdessen befürchten sie, dass die strikten Verbote das Trinken und die Drogenszene lediglich in ruhigere Wohngegenden verdrängen. Vorerst bleibt Wien aber bei seiner harten Linie – und die Botschaft ist klar: Die Freiluftparty am Westbahnhof ist vorbei.
Quelle: oe24
Credits: APA
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