Inmitten der Wirtschaftskrise plant der Vorstand von Thyssenkrupp laut einem Bericht der Bild-Zeitung den radikalen Umbau des Industriekonzerns. Der Traditionsbetrieb soll zu einer Finanzholding umgebaut, das Unternehmen in der Folge weitgehend zerschlagen und große Teile verkauft werden – darunter auch die Stahlwerke in Duisburg.
Die Konzernzentrale in Essen soll von derzeit 500 auf nur noch 100 Mitarbeiter schrumpfen – vier von fünf Angestellten müssten gehen. „Übrig bleibt nur eine Dachgesellschaft ohne Inhalt“, wird ein Insider zitiert.
Auch in der Verwaltung, wo derzeit noch rund 1.000 Menschen arbeiten, stehen weitere Einschnitte bevor. Als Grund nennt das Unternehmen unter anderem die extrem hohen Energiepreise in Deutschland, die der gesamten Branche zu schaffen machen.
Das Ende einer Ära
Thyssenkrupp – einst als Krupp (1811) und Thyssen (1891) getrennt gegründet – war über Generationen Symbol für den deutschen Aufstieg zur Industrienation. In den Hochöfen des Ruhrgebiets wurde das Eisen geschmolzen, das Deutschland prägte wie kaum ein anderer Rohstoff.
Vor 25 Jahren fusionierten die beiden Stahlriesen, nun steht offenbar das Ende des Stahlgeschäfts bevor: Die Sparte mit 16.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 12,1 Milliarden Euro soll an den tschechischen Investor Daniel Křetínský verkauft werden.
„Nur ein Rumpf bleibt“
Auch die Autozuliefersparte steht vor dem Aus. „Nur ein Rumpf bleibt im besten Fall“, sagte ein Manager gegenüber der Bild. Der Aufsichtsrat muss den Plänen zwar noch zustimmen – doch größere Widerstände seien nicht zu erwarten, heißt es aus dem Unternehmen.
Was bleibt, ist das Geschäft mit „grünen Technologien“. Doch selbst dieses, so Insider, sei zu klein, um langfristig allein bestehen zu können. Fazit aus Konzernkreisen: „Am Ende wird Thyssenkrupp praktisch aufgelöst.“ Eine offizielle Stellungnahme des Unternehmens liegt bislang nicht vor.
Credit: Wikipedia
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