Schluss mit dem ewigen Vokabel-Pauken? Ab dem Schuljahr 2027/28 weht ein neuer Wind in den heimischen AHS-Oberstufen. Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) plant eine Reform des Lehrplans. Was auf den ersten Blick wie ein radikaler Schnitt wirkt, nennt der Minister selbst einen „guten Kompromiss“. Doch was bedeutet das konkret für die Schüler im Land?
KI und Medien statt Cäsar
Der Plan ist klar: Die Jugend soll fit für die moderne Welt werden. Künftig werden zwei Wochenstunden für das neue Pflichtfach „Medien und Demokratie“ reserviert. Dazu kommt eine zusätzliche Stunde für Informatik, in der vor allem das Thema Künstliche Intelligenz (KI) behandelt wird.
Doch wo neue Fächer dazukommen, muss logischerweise auch Platz gemacht werden. Das Opfer steht bereits fest: Latein und die zweite lebende Fremdsprache. Zwei Stunden dieser sprachlichen Fächer sollen gestrichen werden, dazu fällt eine weitere, noch zu definierende Stunde weg. Für viele Schüler dürfte das eine echte Erleichterung sein. Ursprünglich wollte Wiederkehr den Lateinunterricht sogar noch stärker beschneiden. Es sei ihm aber nicht um einen Feldzug gegen ein bestimmtes Fach gegangen, sondern rein um die Schaffung von Platz für neue Inhalte.
Der geheime Ausweg für die Schulen
Doch ganz so heiß, wie gekocht wird, wird am Ende nicht gegessen. Das Ministerium lässt den Schulen ein gewaltiges Hintertürchen offen. Wie ORF.at berichtet, nutzen im Schulalltag ohnehin nur rund zehn Prozent der Schulen die streng vorgegebenen Stundentafeln des Ministeriums. Für die große Mehrheit gilt: Schulautonomie rettet den alten Stundenplan.
Schulen können das neue Pflichtfach „Medien und Demokratie“ nämlich auch mit anderen Fächern koppeln. Laut den OÖ Nachrichten wäre es beispielsweise möglich, ein Fach namens „Deutsch und Medien“ zu erschaffen. Die Inhalte werden dann einfach dort integriert unterrichtet. Der Clou an der Sache: Wenn eine Schule diesen Weg wählt, können die Stunden für Latein am Ende sogar komplett gleich bleiben. Keine Kürzungen, alles beim Alten.
Quellen: oe24.at, ORF.at, Die Presse, OÖ Nachrichten
Credits: APA
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