Aufstand im Sender: ORF-Belegschaft stellt sich gegen vier Top-Bosse

Aufstand im Sender: ORF-Belegschaft stellt sich gegen vier Top-Bosse

Der österreichische Rundfunk (ORF) steckt in tiefen Schwierigkeiten, und die Journalisten haben endgültig genug. Zum allerersten Mal hat der Redaktionsausschuss ein einstimmiges Misstrauensvotum gegen vier wichtige Mitglieder des Stiftungsrats ausgesprochen. Die Belegschaft zielt direkt auf Heinz Lederer, Gregor Schütze, Peter Westenthaler und Thomas Prantner ab und fordert sofortige Veränderungen.

Der Sender navigiert durch eine gewaltige Führungskrise. Die Mitarbeiter sind wütend über massive Abfertigungen und astronomische Gehälter für Spitzenführungskräfte, während junge Reporter kaum über die Runden kommen. Erschwerend kommt hinzu, dass Angestellte von einem toxischen Arbeitsklima berichten, das durch bittere interne Machtkämpfe und Management-Fehden angetrieben wird.

Geheime Kunden und Lobbying-Spiele

Der Kern der Empörung konzentriert sich darauf, wie diese vier spezifischen Räte hinter den Kulissen agieren. Laut orf.at arbeiten Heinz Lederer und Gregor Schütze außerhalb ihrer Senderpflichten als professionelle Lobbyisten. Die Redaktion weist darauf hin, dass Lederer sich weigert, seine Kundenliste offenzulegen, was einen massiven Interessenkonflikt schafft. Noch dunkler wird es, wenn man auf Schütze blickt. Der Redaktionsausschuss enthüllte, dass er aktiv versuchte, im Newsroom zu intervenieren, um eine Geschichte für einen seiner privaten Kunden zu platzieren. Die Journalisten blieben standhaft und blockierten den Versuch, aber das Vertrauen ist völlig zerstört.

Haltlose Angriffe und lukrative Deals

Die anderen beiden Räte sehen sich anderen, aber ebenso ernsten Vorwürfen ausgesetzt. Wie derStandard.at berichtet, nutzt Peter Westenthaler seine Zeit bei einem privaten Fernsehsender, um ORF-Journalisten ständig zu verleumden und anzugreifen. Er stellt routinemäßig unbegründete Behauptungen gegen genau das Unternehmen auf, das er eigentlich schützen soll, und bricht damit klar die strengen Corporate-Governance-Regeln des Senders.

Währenddessen steht Thomas Prantner unter schwerem Beschuss, weil er aus seinen Verbindungen Kapital schlägt. Direkt nachdem er seinen aktiven Managementjob beim ORF verlassen hatte, ergatterte er einen hoch dotierten Beratungsvertrag mit der Austria Presse Agentur (APA). Da der ORF der größte Anteilseigner der APA ist, betrachtet die Redaktion dies als einen eklatanten Trick, um einen unbezahlten Ehrenratssitz in persönlichen Profit zu verwandeln.

Eine klare Forderung nach Transparenz

Die Reporter und Redakteure haben eine klare Grenze gezogen. Sie fordern eine komplette Entpolitisierung des Stiftungsrats. Wenn der Sender ein neues Management-Team für 2027 auswählt, besteht die Belegschaft darauf, dass die einzigen Kriterien echte Kompetenz, starke Erfahrung und gute Führung sein dürfen. Wir müssen ein Ende der Freunderlwirtschaft, der versteckten Agenden und der politischen Spiele sehen, die das größte Medienhaus des Landes durch den Schmutz gezogen haben. Man kann einfach keine glaubwürdige Nachrichtenorganisation leiten, wenn die Leute an der Spitze sich weigern, nach den Regeln zu spielen.

Quellen: oe24.at, orf.at, derStandard.at, Kurier.at
Credits: APA

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