Nach 738 Tagen des Bangens und Hoffens herrscht in Österreich immense Freude und Erleichterung. Die Meldung über die Freilassung aller lebenden israelischen Geiseln aus dem Gazastreifen versetzte Politik und Gesellschaft in einen Ausnahmezustand der Emotionen – Jubel, Tränen und Dankbarkeit bestimmten den Tag.
Bundespräsident Van der Bellen: „Jetzt muss die Zeit des Heilens beginnen“
Wie oe24.at berichtet, zeigte sich Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen tief bewegt: „Ich teile die immense Freude ihrer Familien und Freunde in diesem historischen Moment“, erklärte er auf Online-Plattformen. Doch er mahnte auch: „Viele sind nicht lebend zurückgekehrt. Mein Mitgefühl gilt ihren Familien, die hoffentlich Frieden finden können. Die Waffen müssen nun weiterhin schweigen, und lebenswichtige Hilfe muss all jene in Gaza erreichen.“ Van der Bellen appellierte an alle Parteien, sich weiter für einen dauerhaften Frieden einzusetzen.
Kanzler Christian Stocker: Von „Euphorie“ und „großer Erleichterung“
Auch Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) sparte nicht mit großen Worten. Wie im oe24-Bericht zitiert: „738 Tage lang waren sie in den Fängen der Hamas. 738 Tage lang haben wir um sie gebangt und uns für sie eingesetzt. Nun sind endlich alle überlebenden Geiseln frei.“ Der Kanzler betonte weiter: „Der Weg vom Krieg zum Frieden ist geebnet.“ Er bedankte sich auch bei den Vermittlern USA, Katar, Ägypten und der Türkei und unterstrich: „Österreich unterstützt den Friedensplan, damit die Terrororganisation Hamas nie mehr eine Gefahr für Israel darstellen kann und Palästinenser und Israelis in Frieden und Sicherheit Seite an Seite leben können.“
Ministerin Beate Meinl-Reisinger: „Ein großer Tag der Freude“
Dass das Schicksal der Geiseln auch die Herzen in Österreich bewegte, zeigte die Reaktion von Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS). Laut oe24.at jubelte sie: „Heute ist wirklich ein ganz großer Tag der Freude. Natürlich für die Menschen, für die Familien in Israel, aber auch für uns und für mich ganz persönlich.“ Besonders hob sie die diplomatischen Bemühungen hervor: „Ich danke vor allem auch all denen, die das möglich gemacht haben […] Heute ist natürlich der erste Schritt. Es wird noch dauern, es wird ein intensiver Prozess werden. Aber ich war immer überzeugt davon, dass wir nur politisch, diplomatisch letztlich zu Lösungen kommen werden. Und heute überwiegt einmal die Freude.“
In ihrem Beitrag auf X (vormals Twitter) erwähnte Meinl-Reisinger die Freilassung von Guy Gilboa-Dalal und Evyatar David, deren Eltern Österreich besucht hatten: „Guy und Evyatar sind frei! Über zwei Jahre Martyrium sind endlich vorbei!“
Stimmen aus der Gesellschaft: Ein Tag zum Feiern
Doch nicht nur die Politik feiert – wie oe24 weiter berichtet, sprach Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien: „Heute beginnt ein neuer jüdischer Feiertag, Simchat Torah, und wir werden nicht nur den Feiertag feiern, sondern auch die Befreiung der Geiseln.“ In der Synagoge und in ganz Wien war Freude und Erleichterung spürbar.
Ein Hoffnungsschimmer am Ende einer langen Leidenszeit
Der Tag der Freilassung markiert einen historischen Wendepunkt für Israel, Österreich und die gesamte Region. Wie SPÖ-Außenpolitiksprecherin Petra Bayr gegenüber oe24.at erklärte: „Nach so viel Schmerz, Trauer und Zerstörung gibt es endlich ein Licht der Hoffnung für die Menschen in Israel und Palästina.“
Österreich steht, so zeigen es die Reaktionen, fest an der Seite aller Menschen, die auf Frieden, Sicherheit und Menschlichkeit hoffen – ein Tag, der Hoffnung macht und als Symbol der Solidarität in Erinnerung bleibt.
Credits: APA
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