Es ist einfach zu viel passiert: Bereits 76 Prozent der Leser einer der größten Tageszeitungen Österreichs (152.000 Abstimmungs-Teilnehmer) fordern den Rücktritt des Deregulierungs-Staatssekretärs, der seinen Dienstwagen upgraden ließ, sich als Nazi-Opfer inszenierte und Medien wie exxtra24 beschimpft.
Auf den Social-Media-Plattformen hat kaum noch jemand Verständnis dafür, dass Kanzler Christian Stocker (ÖVP) mit seinen beiden Koalitionspartnern Andreas Babler (SPÖ) und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) den schon seit Wochen für Skandale und hohe Kosten sorgenden Staatssekretär weiter halten möchten: Sepp Schellhorn (NEOS) dürfte den Bogen bei weitem überspannt haben.
Eine ganz aktuelle Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der FPÖ deckte jetzt auch auf, dass der Deregulierungs-Staatssekretär, der in Regierung und Ministerien nach Sparpotentialen suchen sollte, neunmal für Dienstreisen durch Europa geflogen ist – sogar eine Reise nach Nizza war dabei, um als Alpenrepubliks-Politiker samt Mitarbeiterstab an der UN-Konferenz zur Rettung der Ozeane teilzunehmen (exxtra24 hat berichtet: www.exxtra24.at/schellhorn-nach-audi-bestellung-jetzt-auf-dienstreise-bei-ozean-konferenz-der-uno/).
Nicht zu vergessen: Schellhorns Umgang mit kritischen und unabhängigen Medien. Als auch exxtra24 von seinem peinlichen Dienstwagen-Upgrading berichtet hat, rief der pinke Staatssekretär beim exxtra24-Herausgeber, beschimpfte ihn und drohte damit, dass exxtra24 keine Werbeschaltungen und keine Informationen mehr aus seinem Ministerium erhalten wird.
Als dann der politische Druck nach einigen Skandalen zu große war, wollte sich der NEOS-Politiker als Opfer inszenieren – und sorgte mit einem irritierenden Nazi-Vergleich für noch mehr Kritik.
Nur zwei Prozent stehen „voll hinter Schellhorn“
Spätestens seit bekannt wurde, dass der Deregulierungs-Staatssekretär für sein Büro weitere acht Mitarbeiter einstellen will, aber erst mit September tatsächlich mit seiner Einsparungs-Tätigkeit beginnen möchte, ist der NEOS-Politiker angezählt. In der aktuellen Online-Umfrage der Tageszeitung Heute sind bereits 76 % der User für seinen Rücktritt, nur 2 % sagen, sie würden weiter „voll hinter Schellhorn stehen“.
Für die ohnehin nicht besonders beliebte Dreier-Koalition ist der Deregulierungs-Staatssekretär jedenfalls fast täglich eine Belastung. Um bis 2029 durchregieren zu können, werden Stocker, Babler und Meinl-Reisinger nicht ewig alles aussitzen können.


Machte auch Werbung für ein Magazin, das es gar nicht gibt: Sepp Schellhorn
Credits: Screenshot, APA
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