Die Asyl-Zahlen für 2025 sind da und sie zeigen einen massiven Trend: Die Anträge gehen stark zurück! Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) präsentierte die Bilanz, die einen Rückgang von 36 Prozent offenbart. Besonders überraschend: Immer mehr Syrer packen ihre Koffer und reisen freiwillig aus.
Es ist eine deutliche Sprache, die die neuen Zahlen sprechen. Wie das Innenministerium (BMI) bekannt gibt, wurden im Jahr 2025 insgesamt 16.284 Asylanträge gestellt. Das ist ein massiver Rückgang im Vergleich zum Vorjahr, als noch 25.360 Anträge eingingen. Damit rutschen die Zahlen auf ein Niveau, das zuletzt im Jahr 2020 so niedrig war.
Afghanen überholen Syrer
Die Statistik hält eine weitere Überraschung parat: Erstmals seit Jahren sind Syrer nicht mehr die größte Flüchtlingsgruppe in Österreich. Wie aus den BMI-Daten hervorgeht, haben Afghanen diesen Platz eingenommen. 5.077 Anträge kamen von Menschen aus Afghanistan, während Syrer nur noch gut 4.000 Anträge stellten. Dahinter folgen Somalier, Türken und Russen.
Brisant ist dabei auch die Erfolgsquote: Während Afghanen in 74 Prozent der Fälle Asyl gewährt wurde, sieht es für Syrer mittlerweile ganz anders aus. Wie oe24.at berichtet, stürzte ihre Anerkennungsquote auf 22 Prozent ab – ein gewaltiger Unterschied zu den 67 Prozent im Jahr 2024.
Rückkehr-Welle rollt an
Doch nicht nur weniger Menschen kommen, immer mehr verlassen das Land auch wieder. Insgesamt stieg die Zahl der Ausreisen auf 14.156 an. Besonders bemerkenswert ist dabei der hohe Anteil an freiwilligen Ausreisen. Wie oe24.at unter Berufung auf die Statistik schreibt, verließen 54 Prozent der Betroffenen Österreich aus freien Stücken.
Einen völlig neuen Trend gibt es bei den Syrern: Hier entscheiden sich immer mehr für den Weg zurück in die Heimat. 805 Syrer reisten freiwillig aus, während nur 121 zwangsweise abgeschoben wurden. Dies deckt sich mit Beobachtungen aus anderen Ländern. Wie das Schweizer Staatssekretariat für Migration (SEM) berichtet, ist auch dort seit dem Sturz des Assad-Regimes ein Anstieg der freiwilligen Rückkehrer zu verzeichnen. Trotz der schwierigen Lage vor Ort scheint der Wunsch nach Heimkehr größer zu werden.
Grundversorgung leert sich
Die Auswirkungen dieser Entwicklung sind auch in den Betreuungseinrichtungen spürbar. Zu Jahresbeginn 2026 befanden sich laut Statistik noch 52.834 Personen in der Grundversorgung – das sind über 15.000 weniger als noch ein Jahr zuvor. Auch der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) bestätigt den Abwärtstrend und meldet für den Zeitraum Jänner bis November 2025 einen Rückgang der Anträge um 35 Prozent. Damit liegt Österreich laut Innenministerium bei den Rückgängen sogar über dem europäischen Durchschnitt.
Auch bei den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen gibt es Bewegung. Derzeit befinden sich 1.358 von ihnen in Betreuung. Allerdings zeigten Altersüberprüfungen in 333 Fällen, dass Zweifel oft berechtigt waren: Nur gut 39 Prozent der Überprüften waren tatsächlich minderjährig.
Quellen: oe24.at, BMI, migration-infografik.at, integrationsfonds.at, sem.admin.ch
Credits: APA
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