Mit einer Kettensäge in der Hand stürmte Argentiniens neuer Präsident Javier Milei ins Amt und versprach eine radikale „Schocktherapie“ für die marode Wirtschaft des Landes. Nun scheint die umstrittene Behandlung anzuschlagen. Nach einem harten Reformjahr zeigen die wichtigsten Wirtschaftsdaten für 2025 eine dramatische Wende: Die Inflation sinkt, der Staatshaushalt schreibt einen Überschuss und das Wachstum kehrt zurück.
Die Inflation ist gezähmt
Der sichtbarste Sieg für Mileis Regierung ist der drastische Rückgang der Inflation. Wie exxpress.at unter Berufung auf Daten des argentinischen Statistikamtes (INDEC) berichtet, lag die jährliche Inflationsrate im November 2025 bei rund 31,4 Prozent. Für ein Land, das lange von galoppierenden Preisen geplagt war, ist das eine bemerkenswerte Abkühlung. Noch aussagekräftiger ist die monatliche Rate, die im Frühjahr 2025 Berichten zufolge unter 2 Prozent fiel – ein Stabilitätsniveau, das die Argentinier seit Jahren nicht mehr kannten. Mit diesem Erfolg löst Milei sein zentrales Wahlversprechen ein: die chronische Geldentwertung endlich zu stoppen.
Vom Defizit zum Überschuss
Jahrelang gab die argentinische Regierung weit mehr aus, als sie einnahm. Milei schwor, dem mit einer strengen „Null-Defizit-Politik“ ein Ende zu setzen, und die Zahlen zeigen, dass er es ernst meint. Wie exxpress.at meldet, haben internationale Finanzinstitutionen bestätigt, dass Argentinien im Zeitraum von Januar bis August 2025 einen Primärüberschuss von 1,3 Prozent des BIP und einen Finanzüberschuss von 0,4 Prozent erzielte. Das ist eine beachtliche Abkehr von einer langen Geschichte struktureller Defizite und ein klares Zeichen dafür, dass das Land seine Finanzen langfristig in Ordnung bringen könnte.
Die Wirtschaft wächst wieder
Nach einer schmerzhaften Rezession im Jahr 2024 zeigt Argentiniens Wirtschaft wieder deutliche Lebenszeichen. Der Bericht von exxpress.at hebt hervor, dass die Wirtschaft im dritten Quartal 2025 im Vergleich zum Vorquartal um 3,3 Prozent gewachsen ist. Diese Erholung hat internationale Institutionen wie die Weltbank aufhorchen lassen, die ihre Wachstumsprognose für Argentinien für das Gesamtjahr auf 5,5 Prozent anhob. Dies deutet darauf hin, dass der anfängliche Schock von Mileis Politik einer Phase der Expansion weichen könnte.
Ein politischer Sieg untermauert die Zahlen
Mileis wirtschaftlicher Fortschritt hat sich auch in politisches Kapital verwandelt. Wie exxpress.at anmerkt, errang seine Partei, La Libertad Avanza, bei den Zwischenwahlen am 26. Oktober 2025 einen klaren Sieg und stärkte damit seine Position im Kongress. Dieser politische Schwung gipfelte in der Verabschiedung des Haushalts für 2026 – des ersten, der unter seiner Führung vollständig genehmigt wurde. Mit diesen Erfolgen scheint Mileis umstrittenes Experiment der Wirtschaftsreform an Fahrt zu gewinnen und sorgt sowohl im Inland als auch auf der Weltbühne für Aufsehen.
Credits: APA
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