Arbeitslosigkeit in Österreich: AMS meldet 4,2 Prozent mehr Arbeitslose

Arbeitslosigkeit in Österreich: AMS meldet 4,2 Prozent mehr Arbeitslose

Die Arbeitslosigkeit in Österreich ist im August 2025 erneut gestiegen. Wie das Arbeitsmarktservice (AMS) berichtet, waren Ende des Monats 367.120 Menschen entweder arbeitslos oder in Schulungsmaßnahmen gemeldet. Das entspricht einem Anstieg von 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die nationale Arbeitslosenquote liegt nun bei 7 Prozent.

AMS: „Noch keine Trendumkehr erkennbar“

AMS-Vorständin Petra Draxl zeigte sich besorgt über die Entwicklung: „Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen lassen noch keine Trendumkehr am Arbeitsmarkt erkennen.“ Sie verwies auf mehrere belastende Faktoren, darunter die anhaltenden Unsicherheiten durch die US-Zollpolitik, den Krieg in der Ukraine und die schwache Konjunktur in Deutschland, einem der wichtigsten Handelspartner Österreichs. Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) prognostiziert für 2025 eine stagnierende Wirtschaftsleistung, nachdem die letzten zwei Jahre von einer Rezession geprägt waren.

Ältere Arbeitnehmer und Frauen besonders betroffen

Die AMS-Daten zeigen, dass ältere Arbeitnehmer über 50 Jahre besonders stark betroffen sind. Ihre Arbeitslosigkeit stieg um 6 Prozent. Auch Frauen verzeichneten einen überdurchschnittlichen Anstieg von 6,1 Prozent, während die Arbeitslosigkeit bei Männern um 3,7 Prozent zunahm. Insgesamt waren 301.421 Personen arbeitslos gemeldet, ein Plus von 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Branchen: Handel und Industrie in der Krise

Ein Blick auf die Branchen zeigt, dass der Handel (+6,9 Prozent) und die Industrie (+6,7 Prozent) besonders stark von der steigenden Arbeitslosigkeit betroffen sind. Ein kleiner Lichtblick ist im Baugewerbe zu erkennen, wo die Arbeitslosigkeit um 1,4 Prozent gesunken ist. Draxl kommentierte: „Das Minus beim Bau könnte ein erster Silberstreif am Horizont sein.“ Dennoch sei der Talboden am Arbeitsmarkt noch nicht erreicht.

Langzeitarbeitslosigkeit und offene Stellen

Besonders alarmierend ist der Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit. Rund 93.700 Menschen sind seit mindestens einem Jahr ohne Job – ein Plus von 10,8 Prozent. Gleichzeitig sank die Zahl der sofort verfügbaren offenen Stellen um 12,9 Prozent auf 80.838. Diese Entwicklung verdeutlicht die angespannte Lage am Arbeitsmarkt.

Maßnahmen dringend erforderlich

Das AMS betont die Notwendigkeit gezielter beschäftigungspolitischer Maßnahmen. Besonders Langzeitarbeitslose und junge Menschen müssten unterstützt werden. Qualifizierungsangebote in Bereichen mit großem Arbeitskräftebedarf seien jetzt entscheidend, um die Situation zu entschärfen.

Credits: APA

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