Antisemitismus-Eklat: Falter-Chef Klenk und PR-Berater Kapp liefern sich heftigen Schlagabtausch

Antisemitismus-Eklat: Falter-Chef Klenk und PR-Berater Kapp liefern sich heftigen Schlagabtausch

Ein diplomatischer Brief zum Gaza-Krieg entwickelt sich zum Politikum – und löst einen heftigen Streit zwischen zwei prominenten Akteuren der österreichischen Medienlandschaft aus.

Der Auslöser: Diplomaten-Brief sorgt für Wirbel

Alles begann mit einem offenen Brief, der für ordentlich Aufregung sorgte. Wie die Presse berichtet, haben 26 österreichische Top-Diplomaten – darunter Ex-Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (ÖVP) und ihr Vorgänger Peter Jankowitsch (SPÖ) – die österreichische Regierung scharf kritisiert. Ihr Vorwurf: Österreich müsse nach kritischen Worten zum Gaza-Krieg endlich auch Taten folgen lassen.

Die Diplomaten fordern konkrete Schritte wie die Suspendierung des EU-Israel-Assoziationsabkommens, Waffenembargos und Handelsbeschränkungen. „Es ist höchste Zeit, dass sich auch Österreich auf die Seite der überwältigenden Mehrheit der Weltgemeinschaft stellt“, heißt es in dem brisanten Schreiben.

Kapp geht auf die Barrikaden

Der Brief ließ PR-Berater Daniel Kapp, ehemaliger Pressesprecher von Ex-Vizekanzler Josef Pröll, nicht kalt. Auf der Plattform X (vormals Twitter) schoss er scharf gegen das Schreiben. Wie oe24 berichtet, bezeichnete Kapp den Brief als „inszenierte Geschichte über angebliche Top-Diplomaten“.

Besonders brisant: Kapp prangerte an, dass mit Marieke Zimburg (Botschafterin in Jordanien) und Barbara Grosse (Botschafterin in Libyen) „zwei aktuelle Auslandsvertreter Österreichs“ unter den Unterzeichnern stehen. Sein hartes Urteil: „Das Außenministerium sollte sie umgehend abberufen. Auch dienstrechtliche Schritte wären wohl zu prüfen.“

Klenk kontert mit scharfen Worten

Falter-Chefredakteur Florian Klenk ließ diese Attacke nicht auf sich sitzen. Auf der Social-Media-Plattform Bluesky teilte er kräftig aus. Seine Antwort war so provokant wie prägnant: „Nur Dani Kapp darf seine Meinung sagen. Alle anderen müssen vom Job abberufen werden. So stellen sich Wiener Kaffeehaus-Netanjahu-Ultras Meinungsfreiheit vor.“

Mit dieser Formulierung traf Klenk einen Nerv – und lieferte seinem Kontrahenten die Steilvorlage für eine noch schärfere Reaktion.

Der Antisemitismus-Vorwurf explodiert

Kapp schlug zurück – und wie. Auf X warf er Klenk nichts Geringeres als Antisemitismus vor. Seine Interpretation von Klenks Aussage war vernichtend: „Wenn man eigentlich herablassend ‚Kaffeehaus-Jude‘ schreiben möchte, dann aber doch noch zwischen guten (linken) und bösen (nicht linken) Juden unterscheidet, um nicht gar sooo offensichtlich als verklemmter Antisemit zu gelten?“

Kapp’s Position zum Diplomaten-Brief: „Der Job eines Botschafters ist die Vertretung der österreichischen Außenpolitik in ihrem jeweiligen Gastland. Erklärt nun ein Botschafter öffentlich, diese Politik nicht vertreten zu können, dann erfüllt dieser Botschafter nicht mehr den Job, für den er bezahlt wird.“

Politische Dimension des Konflikts

Der Schlagabtausch zwischen Klenk und Kapp ist mehr als nur ein persönlicher Streit. Er spiegelt die tiefe Spaltung der österreichischen Politik in der Nahost-Frage wider. Wie der Kurier berichtet, argumentieren die Diplomaten, Österreich habe als UNO-Sitzstaat und Kandidat für einen Sitz im UNO-Sicherheitsrat eine besondere Verantwortung.

Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) hatte zwar im Juli einen gemeinsamen Aufruf von 30 Außenministern für ein Ende der Kampfhandlungen unterzeichnet – eine Aussetzung des EU-Assoziationsabkommens mit Israel lehnt sie aber weiterhin ab.

Quelle: oe24.at
Credits: APA

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