Angriff in Washington: USA setzen Asylentscheidungen aus

Angriff in Washington: USA setzen Asylentscheidungen aus

Nach einem tödlichen Angriff auf zwei Nationalgardisten in Washington hat die US-Regierung weitreichende Konsequenzen angekündigt. Ein afghanischer Staatsbürger steht im Verdacht, die Schüsse abgegeben zu haben. In der Folge setzt Präsident Trump alle Asylentscheidungen aus und kündigt eine Überprüfung bestehender Aufenthaltstitel an.

Angriff auf Nationalgardisten in der Hauptstadt

Am Mittwoch wurden zwei Nationalgardisten im Zentrum von Washington durch Schüsse schwer verletzt. Eine 20-jährige Nationalgardistin starb an ihren Verletzungen, ein weiterer 24-jähriger Soldat befindet sich weiterhin in kritischem Zustand. Der mutmaßliche Täter, ein 29-jähriger afghanischer Staatsbürger, wurde festgenommen. Die amtierende Staatsanwältin Jeanine Pirro erklärte gegenüber Fox News, dass dem Mann Mord vorgeworfen werde. Auch US-Justizministerin Pam Bondi gab an, im Falle eines Todes die Todesstrafe fordern zu wollen (Quelle: Spiegel).

Politische Reaktionen: Aussetzung von Asylentscheidungen und verstärkte Kontrollen

Präsident Donald Trump kündigte an, als Reaktion auf die Tat „die Migration aus allen Dritte-Welt-Ländern dauerhaft“ auszusetzen. Der Leiter der US-Einwanderungsbehörde USCIS, Joseph Edlow, bestätigte laut Tagesschau, dass alle Asylentscheidungen ausgesetzt wurden, „bis wir sicherstellen können, dass jeder Ausländer so gründlich wie möglich überprüft und kontrolliert wird“. Außenminister Marco Rubio erklärte zudem einen vorläufigen Stopp für Visa von Menschen mit afghanischem Pass (Quelle: Stern).

Laut Berliner Zeitung sollen außerdem die bereits vergebenen Green Cards von über 1,6 Millionen Menschen aus 19 Ländern, darunter Afghanistan, Iran, Kuba und Venezuela, einer „umfassenden, strengen Überprüfung“ unterzogen werden.

Hintergrund des Täters

Nach Medienberichten (u.a. ORF, New York Times) ist der Tatverdächtige ein früheres Mitglied einer von der CIA unterstützten Spezialeinheit, den sogenannten „Zero Units“, die im Kampf gegen Taliban und andere Gruppen tätig war. Menschenrechtsgruppen haben diese Einheiten teilweise heftig kritisiert. Laut CNN und New York Times soll der Mann an einer posttraumatischen Belastungsstörung gelitten haben.

Berichten zufolge reiste der Tatverdächtige 2021 im Rahmen des Aufnahmeprogramms „Operation Allies Welcome“ legal in die USA ein. Dieses Programm wurde ins Leben gerufen, um Afghanen aufzunehmen, die mit US-Truppen zusammengearbeitet hatten. Der Asylantrag des Mannes wurde den Quellen zufolge erst im April 2025 bewilligt.

Auswirkungen und Diskussionen

Die Entscheidungen der US-Regierung betreffen zahlreiche Menschen, die auf Asyl- oder Visaverfahren angewiesen sind. Während die Regierung den Schutz der Bevölkerung betont, geben Menschenrechtsorganisationen zu bedenken, dass viele Schutzsuchende von der Aussetzung betroffen sind, ohne einen Bezug zur Tat zu haben (Quelle: Berliner Zeitung, Tagesschau). Die Debatte über Einwanderung und Sicherheit wird in den USA damit erneut intensiv geführt.

Credits: APA

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