„Viele schwänzen – und nichts passiert!“
Ehemalige AMS-Trainer aus Wien erheben schwere Vorwürfe: Langzeitarbeitslose würden Kurse schwänzen, ohne dass Konsequenzen folgen. Wie der exxpress berichtet, bleiben Verstöße oft ungemeldet. „Manche Teilnehmer erscheinen sogar in Arbeitskleidung – ein Hinweis auf Schwarzarbeit – doch es passiert nichts“, so ein Trainer anonym.
Die Trainer kritisieren zudem, dass Berichte der Bildungsinstitute geschönt werden. „Viele Verstöße erreichen das AMS gar nicht“, erklärt eine Quelle. Der Grund? Ein institutioneller Druck, Sanktionen zu vermeiden, um den Verlust der Notstandshilfe zu verhindern.
AMS wehrt sich: „Wir kontrollieren genau!“
Das AMS Wien weist die Vorwürfe entschieden zurück. Sprecher Sebastian Paulick betont gegenüber dem exxpress: „Wir überprüfen die Erfolgsbilanz der Institute sehr detailliert. Sanktionen gibt es, wenn Teilnehmer absichtlich den Kurserfolg vereiteln.“ Zudem werde anonymes Feedback der Kursteilnehmer eingeholt.
Alltag im Kurs: „Verschwinden aufs WC“
Die Realität in den Kursen sieht laut den Trainern anders aus. „Viele lesen Zeitungen, surfen im Internet oder verschwinden aufs WC und kommen nicht zurück“, schildert eine Trainerin. Sprachbarrieren seien ein weiteres Problem: „Selbst nach Jahren im Fördersystem bleibt der Fortschritt minimal.“
Zahlen, die schockieren
Laut AMS-Daten sind in Wien über 48.000 Menschen länger als ein Jahr arbeitslos, fast 7.000 sogar länger als fünf Jahre. Paulick erklärt: „Einfache Tätigkeiten verschwinden oder werden anspruchsvoller. Ohne Qualifikation ist eine stabile Karriere kaum möglich.“
Credits: APA
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