Amazon hat angekündigt, seine kassenlosen Supermärkte der Marken Amazon Go und Amazon Fresh in den USA zu schließen. Diese Entscheidung betrifft rund 70 Standorte und markiert einen Wendepunkt in der Strategie des Online-Giganten, der sich zunehmend auf den Ausbau von Whole Foods Market konzentriert.
Ein ambitioniertes Konzept scheitert
Die ersten Amazon-Go-Läden öffneten 2018 in den USA und setzten auf innovative Technologien wie Gewichtssensoren und Kameras, um den Einkauf ohne Kassen zu ermöglichen. Doch trotz der technologischen Vorreiterrolle erwies sich das Konzept als kostspielig und schwer skalierbar. Branchenexperten wie Neil Saunders von GlobalData betonen, dass die Technologie zwar beeindruckend sei, jedoch keinen ausreichenden Mehrwert für die Kundschaft biete. Ähnlich erging es den Amazon-Fresh-Märkten, die als klassische Supermärkte konzipiert waren, jedoch keine klare Abgrenzung zu Wettbewerbern wie Walmart oder Aldi schafften.
Fokus auf Whole Foods Market
Ein Teil der geschlossenen Standorte soll in Filialen der 2017 übernommenen Supermarktkette Whole Foods Market umgewandelt werden. Amazon plant, in den kommenden Jahren über 100 neue Whole-Foods-Standorte zu eröffnen, darunter auch kleinere Formate wie den „Whole Foods Market Daily Shop“. Diese sollen mit einem kuratierten Angebot an Bio-Produkten und Grab-and-Go-Mahlzeiten punkten.
Online bleibt das Zugpferd
Während Amazon im stationären Handel zurückrudert, bleibt der Online-Lebensmittelhandel ein Wachstumsfeld. Mit Same-Day-Delivery und neuen Konzepten wie „Amazon Now“, das Lieferungen in unter 30 Minuten ermöglicht, setzt der Konzern auf die Bedürfnisse einer zunehmend digital orientierten Kundschaft. Laut Amazon haben sich die Verkäufe frischer Lebensmittel über diese Dienste seit 2025 um das 40-Fache gesteigert.
Quellen: oe24.at, aboutamazon.com, cnn.com, logistik-heute.de
Credits: APA
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