Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) sorgt für frischen Wind im öffentlichen Verkehr. Angesichts der hohen Spritpreise präsentiert der Politiker eine neue Möglichkeit, Bus und Bahn ohne großes Risiko auszuprobieren. Ab Mai startet eine befristete Kennenlern-Aktion, die den Umstieg erleichtern soll.
Zwei Monate testen ohne Risiko
Hanke hielt am Montag seine Grundsatzrede zur Zukunft der Mobilität. Die wichtigste Neuigkeit für alle Pendler und Reisenden: Wer sich zwischen dem 1. Mai und dem 30. Juni für ein Klimaticket entscheidet, kann dieses zwei Monate lang ausgiebig testen. Danach lässt sich das Abo völlig kostenlos beenden. Bisher mussten sich Käufer sofort für ein ganzes Jahr binden.
Die Kosten für diesen zweimonatigen Testlauf liegen bei 233 Euro. Wer Anspruch auf eine Ermäßigung hat, zahlt nur 175 Euro. Zum Vergleich: Das reguläre Jahresticket kostet derzeit 1.400 Euro, der ermäßigte Tarif liegt bei 1.050 Euro. Hanke betonte, dass Mobilität eine Frage der Gerechtigkeit sei und man die Hürden für den öffentlichen Verkehr abbauen wolle. Außerhalb dieser zeitlich begrenzten Aktion bleibt alles beim Alten: Eine Kündigung ist erst ab dem siebten Monat möglich und kostet eine Gebühr in Höhe eines Monatsbeitrags.
Günstigerer Strom für E-Autos
Auch für Autofahrer gibt es Neuigkeiten. Die ÖBB senken die Tarife an ihren eigenen Ladesäulen. Der Preis fällt um 11 Cent auf rund 30 Cent pro Kilowattstunde. Das Laden soll laut dem Minister einfach, verständlich und fair ablaufen. Zusätzlich plant man bis 2030 den Bau von 400 neuen Ladepunkten an Park-&-Ride-Anlagen. Hanke stellte klar, dass sich niemand in Österreich dafür schämen müsse, auf ein Auto angewiesen zu sein.
Kritik und Lob für den Minister
Die Reaktionen auf die neuen Pläne fallen gemischt aus. Wie die NÖN berichtet, hagelt es scharfe Kritik von der Opposition. FPÖ-Verkehrssprecher Christian Hafenecker wirft dem Minister eine Anti-Autofahrerpolitik vor und bemängelt, dass die Menschen bei den aktuellen Spritpreisen im Regen stehen gelassen werden.
Die Grünen zeigen sich ebenfalls wenig euphorisch. Laut derStandard begrüßt die Partei zwar das neue Schnupper-Angebot, Verkehrssprecherin Elisabeth Götze bezeichnete Hankes Rede jedoch als dürftig. Ein Verkehrsminister hätte diese Worte auch vor zehn Jahren wählen können, als gäbe es keine Klimakrise.
Rückenwind bekommt Hanke hingegen vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Wie derStandard schreibt, sieht der VCÖ die Aktion als dringend notwendigen Schritt, um den Spritverbrauch im Land zu reduzieren. Derzeit nutzen bereits 290.000 zahlende Kunden das österreichweite Klimaticket. Zählt man die regionalen Tickets der Bundesländer dazu, sind rund 1,7 Millionen Menschen mit einem Klimaticket unterwegs.
Quellen: oe24.at, NÖN.at, derStandard.at
Credits: APA
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