Albtraum auf dem Friedhof: 96 Gräber aufgebrochen – Polizei jagt Goldzahn-Räuber

Albtraum auf dem Friedhof: 96 Gräber aufgebrochen – Polizei jagt Goldzahn-Räuber

Eine zutiefst beunruhigende Serie von Verbrechen erschüttert derzeit Niederösterreich. Unbekannte Täter schänden Friedhöfe, hebeln Särge auf und schänden Verstorbene. Das vermutete Motiv ist ebenso grausam wie lukrativ: Der Diebstahl von Goldzähnen aus den Kiefern der Toten.

Zerstörungsspuren in mehreren Bezirken

Das Ausmaß der Grabschändungen ist beispiellos. Bisher sind insgesamt 96 Grabstellen betroffen. Zuletzt schlugen die Täter in Berndorf im Bezirk Baden zu. Zwischen 6. und 9. April wurden dort elf Grüfte und drei Erdgräber schwer beschädigt. Ermittler gehen davon aus, dass die Diebe nachts mit Brecheisen oder ähnlichem schweren Werkzeug massive Steinplatten anheben, um Zugang zu den Särgen zu bekommen.

Die Taten beschränken sich nicht auf ein Gebiet: Laut Polizei zogen die Grabräuber bereits eine Spur der Verwüstung durch die Bezirke Tulln, Mistelbach, Krems, Korneuburg, Bruck an der Leitha und Baden.

Grausame Methoden und zerstörte Kiefer

Die Details der Taten lesen sich wie aus einem Horrorfilm. Laut Heute.at brechen die Täter die hölzernen Särge systematisch auf oder zerschneiden sie, sofern sie Zugang zu den Gräbern haben. Die Polizei entdeckte, dass bei mehreren Leichen Zähne fehlten und in manchen Fällen sogar ganze Kieferpartien brutal herausgebrochen wurden. Dieses Muster deutet stark darauf hin, dass die Täter gezielt nach wertvollen Goldimplantaten suchen.

Der genaue Wert der Beute ist jedoch schwer nachzuweisen. Wie noe.ORF.at betont, wissen viele trauernde Angehörige nicht mit Sicherheit, ob ihre verstorbenen Angehörigen Goldzähne hatten oder andere Wertgegenstände mit ins Grab gelegt wurden. Behörden heben zudem hervor, dass die betroffenen Gräber keiner bestimmten Ethnie, Religionsgemeinschaft oder Gruppe angehören. Die Räuber scheinen ihre Ziele ausschließlich nach dem Potenzial eines makabren Gewinns auszuwählen.

Polizei bittet dringend um Mithilfe der Bevölkerung

Die Landespolizeidirektion Niederösterreich arbeitet mit Hochdruck daran, die Täter zu fassen, und hat einen umfassenden Zeugenaufruf gestartet. Die Polizei bittet die Bevölkerung um erhöhte Wachsamkeit.

Die Ermittler interessieren sich besonders für ungewöhnliche Wahrnehmungen in der Nähe von Friedhöfen in Niederösterreich. Das schließt ortsfremde Fahrzeuge ein, die in der Nähe parken, oder Personen, die tagsüber Einrichtungen sondieren könnten. Wer insbesondere im Raum Berndorf Anfang April verdächtige Beobachtungen gemacht hat, wird gebeten, sich an das Landeskriminalamt unter 059 133 30-3333 oder jede örtliche Polizeidienststelle zu wenden. Wer einen laufenden Tatverdacht beobachtet, soll umgehend den Notruf 133 wählen.

Quellen: oe24.at, noe.ORF.at, Heute.at
Credits: APA

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