Alarm im Luftraum: Der Milliarden-Poker um Österreichs neue Kampfjets

Alarm im Luftraum: Der Milliarden-Poker um Österreichs neue Kampfjets

Die Uhr tickt für Österreichs Luftraumüberwachung. Die amtierenden Eurofighter kommen bald in die Jahre, und die Militärs schlagen Alarm. Geht es nach den Planern des Bundesheeres, bleibt für die Grundsatzentscheidung über neue Abfangjäger kaum noch Zeit. Es geht um viel Geld, die Sicherheit des Landes und einen nahtlosen Übergang am Himmel.

Die Zeit drängt: Millionen für das Doppelbudget

Wie oe24 berichtet, muss die offizielle Ausschreibung für die neuen Jets spätestens im zweiten Quartal 2028 über die Bühne gehen. „Und da müssen die Geldmittel bereits vorhanden sein“, betonte Rüstungschef Generalleutnant Harald Vodosek kürzlich vor Journalisten. Er fordert, dass diese gewaltige Entscheidung fest in das kommende Doppelbudget eingebettet wird.

Der Grund für die Eile ist simpel: Die aktuellen Eurofighter der Tranche 1 haben ein Ablaufdatum. Allerspätestens zwischen 2037 und 2039 ist endgültig Schluss. Zudem werden die notwendigen Ersatzteile in den kommenden Jahren immer teurer, da kaum noch andere Länder dieses alte Modell fliegen. Ab 2033 soll laut Vodosek bereits das neue System in Österreich landen. Beide Modelle sollen dann für eine Zeit lang parallel fliegen, damit es zu keiner gefährlichen Lücke in der Luftraumüberwachung kommt.

Sicherheit hat ihren Preis: Zehn Milliarden Euro

Die Sicherheit der Bürger gibt es nicht zum Nulltarif. Wie oe24 ausführt, rechnet Rüstungschef Vodosek mit Stückkosten von etwas mehr als 200 Millionen Euro. Zusammen mit Ausbildung, Simulatoren und der langjährigen Wartung schnürt sich ein massives Grundpaket. Am Ende steht ein gewaltiger Rahmen von rund zehn Milliarden Euro im Raum.

Airchief Gerfried Promberger lässt dabei keinen Zweifel an der Dringlichkeit: Genau 36 neue Überschall-Kampfflugzeuge müssen her. Diese Zahl sei eine reine militärische Notwendigkeit, um die Bevölkerung zu schützen. Aus militärischer Sicht sei dieser Schritt völlig „alternativlos“. Promberger stellt klar: „Wenn weniger kommt, gibt es de facto auch weniger Leistung.“ Am Ende sei es an der Politik, zu entscheiden, welches Risiko man eingehen wolle. Österreich ganz allein sei für die Souveränität des heimischen Luftraums verantwortlich.

Wer macht das Rennen? Die vier heißen Kandidaten

Doch welche Flieger sollen in Zukunft über Österreich kreisen? Wie Die Presse berichtet, schließt Vodosek derzeit kein System von vornherein aus. Militärexperten bringen laut der Tageszeitung vier klare Favoriten ins Spiel.

Da ist zum einen der amerikanische F-35A, ein absoluter Hightech-Jet mit Tarnkappen-Technologie, der jedoch in der Anschaffung und beim Aufbau der Infrastruktur extrem teuer wäre. Eine deutlich günstigere Alternative könnte der schwedische Saab Gripen E/F sein, der durch hohe Effizienz glänzt. Ebenfalls noch im Rennen: ein völlig neuer Eurofighter der sogenannten Tranche 5. Das hätte den großen Vorteil, dass Piloten und Techniker das Grundsystem bereits bestens kennen. Aus Frankreich mischt zudem die moderne Rafale F5 kräftig mit.

Wie die Fachzeitschrift Militär Aktuell ergänzend berichtet, betonen die Verantwortlichen, dass die Beschaffung streng in wettbewerblichen Verfahren stattfinden wird. Zudem spielen lukrative Industriekooperationen für heimische Betriebe eine entscheidende Rolle bei der Vergabe. Spätestens im ersten Quartal 2026 soll das finale Planungsdokument auf dem Tisch liegen. Dann wird sich zeigen, wer den großen Deal für Österreichs Luftraum für sich entscheidet.

Quellen: oe24, Die Presse, Militär Aktuell
Credits: APA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x