Der Sparstift regiert im Innenministerium, und jetzt trifft es ausgerechnet die Besten der Besten. Wie oe24 berichtet, herrscht bei der Direktion für Spezialeinheiten (DSE) und dem legendären Einsatzkommando Cobra helle Aufregung. Der Grund: Personalabbau und drastische Sparmaßnahmen, die selbst vor der Anti-Terror-Einheit nicht haltmachen.
40 Spezialisten weniger – Elite-Truppe blutet aus
Die Zahlen, die nun ans Licht kommen, sind alarmierend. Bis Jahresende muss der Personalstand in der gesamten Direktion deutlich reduziert werden. Laut Informationen von oe24, die sich auf Bestätigungen aus dem Sicherheitsapparat stützen, muss die DSE künftig mit rund 40 Köpfen weniger auskommen.
Besonders brisant: Auch direkt bei den Einsatzbeamten der Cobra wird der Rotstift angesetzt. Hier sind Kürzungen im zweistelligen Bereich geplant. Konkret wurden Zuteilungen aufgehoben. Betroffen sind nicht nur die Anti-Terror-Kämpfer selbst, sondern auch Spezialisten aus dem Entschärfungsdienst, der Observation und der Flugpolizei. Die betroffenen Beamten wurden laut dem Bericht seit Herbst schrittweise wieder an ihre alten Dienststellen in den Bundesländern zurückgeschickt.
Ministerium beschwichtigt: „Sicherheit gewährleistet“
Im Innenministerium versucht man indes, die Wogen zu glätten. Gegenüber der APA erklärte man, dass alle Organisationseinheiten von der derzeitigen Budgetsituation betroffen seien. Man spricht von „Personalmaßnahmen unter Berücksichtigung der finanziellen Mittel“.
Das Ministerium betont, dass die Einsatzfähigkeit der Cobra trotz der Kürzungen „jedenfalls gewährleistet“ sei. Durch „fundierte Planungen“ und Prioritätensetzung könne man die Aufgaben weiterhin erfüllen. Das oberste Ziel bleibe die erfolgreiche Bewältigung von Spezialeinsätzen, heißt es aus dem Ressort.
Insider schlagen Alarm: Gefahr für die Sicherheit?
Doch hinter den Kulissen brodelt es gewaltig. In Sicherheitskreisen sorgt das Vorgehen für massiven Unmut. Wie oe24 unter Berufung auf interne Quellen schreibt, fürchtet man, dass „erfahrene Leute einfach woanders hingeschoben“ werden. Das eingespielte Teamgefüge der Cobra gerate durcheinander.
Die Sorge der Profis ist ernst: „Es ändern sich dadurch fix eintrainierte Abläufe“, wird ein Insider zitiert. Im schlimmsten Fall – etwa bei einem Terroranschlag oder einem Amoklauf – könnte das fatale Folgen haben. Es wird eine „Schwächung der Reaktion sowie Reaktionszeit“ befürchtet. Auch beim Fuhrpark und bei Ausbildungen wird gespart, was laut Kritikern die Professionalität der Arbeit einschränken könnte.
Sparkurs an allen Ecken und Enden
Die Cobra ist dabei nur die Spitze des Eisbergs. Das Innenministerium hat bereits im Frühjahr den Gürtel enger geschnallt. Von der Streichung von Grundkursen für Polizeischüler über Kürzungen bei Überstunden bis hin zu Sachkosten – die Exekutive muss sparen. Selbst bei den Blasmusikkapellen der Polizei und den Rekrutierungsboni wurde der Rotstift angesetzt. Ob diese Rechnung am Ende auf Kosten der Sicherheit geht, wird sich zeigen müssen.
Credits: APA
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