Laut dem aktuellen INSA-Sonntagstrend dreht sich das Kräfteverhältnis an der deutschen Parteienspitze erneut. Die AfD liegt vor der Union – und die SPD befindet sich im freien Fall.
Die Zahlen im Detail
Das Meinungsforschungsinstitut INSA hat im Auftrag der Bild am Sonntag vom 30. März bis 2. April 2026 insgesamt 1.199 Wahlberechtigte befragt. Das Ergebnis: Die AfD hält stabil bei 26 Prozent und überholt damit die Union, die einen Prozentpunkt verliert und auf 25 Prozent rutscht. Wie honnef-heute.de unter Berufung auf die dts Nachrichtenagentur berichtet, ist die Frage dabei klassisch gestellt: „Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, wie würden Sie wählen?“
Die SPD verliert ebenfalls und landet bei 13 Prozent – ihr schlechtester Wert seit Wochen. Die Grünen verharren bei 12 Prozent, die Linke legt leicht auf 11 Prozent zu. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) verbessert sich minimal auf 4 Prozent und bleibt damit ebenso unter der Fünf-Prozent-Hürde wie die FDP mit 3 Prozent. Die sonstigen Parteien kommen zusammen auf 6 Prozent.
Kein Einzelausreißer, sondern ein Trend
Die aktuelle Erhebung ist kein plötzlicher Ausreißer. Wie euronews bereits Ende März berichtete, lagen AfD und Union in der Vorwoche noch gleichauf bei je 26 Prozent. Der jetzige Rückfall der Union um einen Punkt ist damit der zweite Schritt in einem längeren Muster: Seit Wochen bewegen sich beide Parteien auf Augenhöhe, die AfD liegt dabei tendenziell vorne oder gleichauf.
Laut einer Sitzprojektion auf Basis dieser Umfragewerte, die politpro.eu veröffentlicht, würden bei einer Bundestagswahl nach diesem Stand fünf Parteien die Sperrklausel überwinden: AfD mit 189 Abgeordneten, CDU/CSU mit 181, SPD mit 94, Grüne mit 87 und die Linke mit 79.
Das Koalitionsdilemma bleibt
Was die Umfragewerte politisch besonders brisant macht: Trotz ihrer Stärke bleibt die AfD für alle anderen Parteien als Koalitionspartner ausgeschlossen. Die amtierende schwarz-rote Koalition kommt laut euronews derzeit nur auf rund 40 Prozent – zu wenig für eine stabile Mehrheit. Eine rechnerisch mögliche Kenia-Koalition aus CDU/CSU, SPD und Grünen käme auf 52 Prozent, wäre aber politisch aufwändig. Eine Regierungsbeteiligung der AfD schließt die Union kategorisch aus.
BSW und FDP, einst feste Parlamentsgrößen, spielen derzeit bei je 3 bis 4 Prozent keine Rolle mehr – und würden nach aktuellem Stand beide nicht in den Bundestag einziehen.
Credits: APA
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