Die heile Welt der NEOS ist vorbei! In der brandaktuellen Umfrage der Lazarsfeld Gesellschaft für oe24 stürzt die Partei auf ein historisches Tief von nur noch 7 Prozent. Die Regierungsbeteiligung fordert auch von der kleinsten Koalitionspartei ihren Tribut.
Der Krisper-Knall als Brandbeschleuniger
Die Talfahrt in den Umfragen kommt nicht von ungefähr. Wie oe24 berichtet, ist der Wert zwar nur ein Prozentpunkt weniger als in der Vorwoche, doch der Trend zeigt steil nach unten. Ein politisches Erdbeben erschütterte die Partei erst vor wenigen Tagen: Der überraschende Rücktritt der prominenten Abgeordneten und U-Ausschuss-Aufdeckerin Stephanie Krisper schlug ein wie eine Bombe.
Krisper, bekannt als das juristische und rechtsstaatliche Gewissen der Partei, begründete ihren Schritt mit einem „Loyalitätskonflikt“. Wie der Standard berichtet, sehe sie in ihrer parlamentarischen Tätigkeit „keinen Sinn mehr“. Ihr Wirkungsbereich habe sich durch die Regierungsbeteiligung so stark reduziert, dass sie ihre Grundsätze nicht mehr vertreten könne. Konkret nannte sie Themen wie die Messenger-Überwachung und die Haltung beim Familiennachzug. Bei der Abstimmung zur Messenger-Überwachung verweigerte sie der Regierungsvorlage sogar ihre Stimme – ein offener Affront gegen die eigene Parteispitze.
Die Regierung zerreißt die Pinken
Krispers Abgang legt die tiefen Gräben innerhalb der Partei offen. Während sie als Oppositionspolitikerin mit scharfer Kritik an Korruption und für Transparenz gefeiert wurde, passte ihr Stil nicht mehr zur neuen Regierungsrolle der NEOS. Ihre Kritik, zusammengefasst in der Frage „Wie viel bleibt von unserer Haltung für Menschenrechte und Rechtsstaat?“, trifft die Partei ins Mark.
Dieser interne Zerreißprobe folgt nun die Quittung der Wähler. Mit 7 Prozent liegen die NEOS auf dem schlechtesten Wert seit zwei Jahren. Zur Erinnerung: Bei der Nationalratswahl 2024 erreichten sie noch 9,1 Prozent, davor lagen sie in Umfragen oft stabil zwischen 10 und 14 Prozent.
Ampel ohne Mehrheit, FPÖ im Rekordhoch
Das Desaster der NEOS fügt sich nahtlos in das miserable Bild der gesamten Regierung ein. Die SPÖ unter Andreas Babler dümpelt bei desaströsen 17 Prozent, und auch die ÖVP kann sich mit 21 Prozent kaum aus ihrem Tief befreien. Laut der oe24-Hochrechnung hätte die Ampel-Koalition keine Mehrheit mehr.
Der lachende Dritte ist die Opposition. Ohne sich mit unpopulären Maßnahmen unbeliebt machen zu müssen, profitiert vor allem die FPÖ und verharrt auf einem Rekordhoch von 38 Prozent. Selbst die Grünen erleben mit 11 Prozent ein kleines Comeback, und die Kommunisten würden mit 4 Prozent den Einzug in den Nationalrat schaffen. Für die NEOS hat die Regierungsarbeit einen bitteren Beigeschmack bekommen – der Platz an der Sonne ist einem harten Aufprall auf dem Boden der politischen Realität gewichen.
Credits: APA
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