99,6 Prozent: Stelzer mit Traumergebnis wiedergewählt – und schießt gegen FPÖ

99,6 Prozent: Stelzer mit Traumergebnis wiedergewählt – und schießt gegen FPÖ

Beim 42. ordentlichen Landesparteitag der ÖVP Oberösterreich in Linz wurde Thomas Stelzer mit fast einstimmigem Ergebnis als Landesparteiobmann bestätigt. Die Botschaft nach innen und außen war klar: Die ÖVP will die Nummer eins bleiben – notfalls auch ohne ihren Koalitionspartner.


Traumergebnis im Design Center Linz

Rund 1.500 Funktionäre, darunter 945 stimmberechtigte Delegierte, waren am Freitag im Linzer Design Center versammelt. Wie oe24 berichtete, erhielt Landeshauptmann Thomas Stelzer bei seiner Wiederwahl zum Landesparteiobmann 99,6 Prozent der Stimmen – ein Ergebnis, das selbst für eine ÖVP-Veranstaltung außergewöhnlich ist. 2022 hatte er 97,1 Prozent erreicht, diesmal legte er nochmals 2,5 Prozentpunkte drauf.

Eröffnet wurde der Parteitag von Bundeskanzler Christian Stocker, der mit seiner Anwesenheit die Bedeutung des oberösterreichischen Landesverbands für die Bundespartei unterstrich.

Neue Gesichter in der Parteispitze

Personell gab es eine wesentliche Veränderung: August Wöginger, bisher Vizeparteiobmann, kandidierte nicht mehr – sein Rückzug aus der Parteispitze dürfte auch mit dem laufenden Amtsmissbrauchsprozess gegen ihn zusammenhängen. Wie oe24 berichtete, trat Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer als neuer Stellvertreter an und wurde mit 99,5 Prozent ebenfalls mit einem Spitzenergebnis gewählt.

Die bisherigen Stellvertreterinnen – Wirtschaftskammerpräsidentin Doris Hummer, Landeshauptmannstellvertreterin Christine Haberlander und Landesrätin Michaela Langer-Weninger – wurden in ihren Funktionen klar bestätigt.

Stelzers Kampfansage Richtung 2027

Im Mittelpunkt seiner Rede stand die Ausrichtung auf die Landtagswahl 2027 – und eine unmissverständliche Abgrenzung vom Koalitionspartner FPÖ, ohne diesen namentlich zu erwähnen. Wie oe24 berichtete, sagte Stelzer: „Wenn wir es nicht machen, macht es ein anderer – anders – ganz.“ Und damit „nicht gut für das Land.“ In ernsthaften Zeiten brauche es „keinen Show, kein Auseinanderdividieren und auch kein Luftschlösserbauen“, sondern einen „klaren Blick auf die Dinge.“

Den entscheidenden Unterschied zur FPÖ formulierte er so: Seine Partei orientiere sich „am westlichen Europa und nicht an Putin, Orbán oder Trump.“

Hintergrund: FPÖ holt in Oberösterreich auf

Der Grund für den kämpferischen Ton ist ein realer: Laut oe24 schmilzt der traditionell komfortable ÖVP-Vorsprung in Oberösterreich in Umfragen kontinuierlich. Bei der Landtagswahl 2021 hatte die ÖVP noch 37,6 Prozent geholt, die FPÖ lag mit 19,8 Prozent weit abgeschlagen dahinter. Aktuelle Erhebungen zeigen ein deutlich engeres Rennen – teilweise liegen die Freiheitlichen vorne. Für Stelzer ist der Parteitag damit auch der Startschuss für einen langen Wahlkampf.

CRedits: APA

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