952 Euro mehr im Börserl? Das steckt wirklich hinter der Regierungs-Rechnung

952 Euro mehr im Börserl? Das steckt wirklich hinter der Regierungs-Rechnung

Die Volkspartei geht in die Offensive und präsentiert auf Instagram eine Rechnung, die vielen Österreichern gefallen dürfte. Ein durchschnittlicher arbeitender Haushalt soll sich durch die Maßnahmen der Regierung satte 952 Euro pro Jahr ersparen. Doch ein genauerer Blick auf die Zahlen zeigt: Um auf diese Summe zu kommen, muss man ordentlich schuften.

So setzt sich der Geld-Bonus zusammen

Wie oe24.at berichtet, schlüsselt die ÖVP die Entlastung minutiös auf. Der größte Brocken kommt dabei den Fleißigen zugute: Wer ordentlich Überstunden macht, profitiert am meisten. Die Rechnung sieht im Detail so aus:

  • Steuerfreie Feiertagsarbeit: 332 Euro
  • Begünstigung bei Überstunden: 240 Euro
  • Österreich-Stromtarif: 200 Euro
  • Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel: 100 Euro
  • Senkung der Elektrizitätsabgabe: 60 Euro
  • Weniger Ökostrombeitrag und Netzkosten: 20 Euro

Klingt auf den ersten Blick nach einer spürbaren Entlastung gegen den Teuerungs-Frust. Doch der Teufel steckt wie so oft im Detail.

Die Bedingungen im Kleingedruckten

Die Summe von fast 1.000 Euro landet nicht automatisch auf dem Konto von Herrn und Frau Österreicher. Wie oe24.at analysiert, basiert die Rechnung auf sehr spezifischen Annahmen. Modell gestanden ist hier ein Arbeitnehmer in der Stahlindustrie mit einem Bruttolohn von stolzen 4.200 Euro. Doch damit nicht genug: Um die volle Entlastung zu kassieren, muss dieser Muster-Arbeiter monatlich 15 Überstunden leisten und an fünf Feiertagen arbeiten.

Auch bei den anderen Posten gibt es Haken. Die 200 Euro Ersparnis beim Strom setzen voraus, dass man den „Österreich-Tarif“ beim Verbund nutzt. Zudem ist die Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel, die 100 Euro bringen soll, laut Angaben des Finanzministeriums (BMF) erst ab dem 1. Juli 2026 gültig. In der Jahresrechnung der ÖVP scheint sie aber als voller Posten auf.

Was die Regierung verschweigt

Während die ÖVP die Entlastungen feiert, fallen die Belastungen in dieser Grafik unter den Tisch. Hier fehlen in der schönen neuen Rechenwelt die schmerzhaften Konsolidierungsmaßnahmen. So wurde der beliebte Klimabonus gestrichen. Auch für Reisepässe, Führerscheine und das Klimaticket müssen die Bürger tiefer in die Tasche greifen. Pensionisten trifft es ebenfalls: Hier wurden bereits im Vorjahr die Krankenversicherungsbeiträge erhöht.

Es bleibt also abzuwarten, wie viel von den versprochenen 952 Euro am Ende des Jahres tatsächlich real im Geldbeutel der Österreicher übrig bleibt.

Quelle: oe24.at, bmf.gv.at
Credits: APA

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