70 Prozent teurer: EU fordert weniger Autofahren, weniger Fliegen

70 Prozent teurer: EU fordert weniger Autofahren, weniger Fliegen

Der Iran-Krieg hat Öl- und Gaspreise in historische Höhen getrieben. Nun reagiert Brüssel – mit Appellen, die Erinnerungen an 2022 wecken.


Der Preisschock

Seit dem Beginn des Krieges im Iran Ende Februar 2026 hat sich die Lage auf den Energiemärkten dramatisch verändert. Wie heise.de berichtet, sind die Ölpreise seitdem um rund 50 Prozent gestiegen – Brent-Rohöl kostete zuletzt rund 119 US-Dollar je Barrel, vor Kriegsbeginn waren es knapp 70 US-Dollar. Noch stärker traf es das Gas: Laut heise.de stiegen die Gaspreise um etwa 70 Prozent. Ausgelöst wurde der Schock durch die Blockade der Straße von Hormus, durch die normalerweise rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls und Gases fließt. Die Internationale Energieagentur (IEA) stuft die derzeitigen Lieferausfälle laut Berliner Zeitung als die „größte Angebotsstörung in der Geschichte des globalen Ölmarkts“ ein.

Was die IEA empfiehlt

Die IEA hat einen Zehn-Punkte-Plan vorgelegt, um den Energieverbrauch kurzfristig zu senken. Wie taz.de unter Berufung auf IEA-Angaben berichtet, konzentrieren sich die Empfehlungen vor allem auf den Verkehr, der 45 Prozent des Ölverbrauchs ausmacht. Die konkreten Maßnahmen: mehr Homeoffice, Absenkung der Tempolimits auf Autobahnen um mindestens zehn Kilometer pro Stunde, Verzicht auf Flugreisen wenn Alternativen verfügbar sind, Carsharing sowie – besonders auffällig – die wechselnde Zufahrtsbeschränkung für Autos in Großstädten nach geradem und ungeradem Kennzeichen, um Staus und Verbrauch zu reduzieren.

Brüssel übernimmt die Botschaft

EU-Energiekommissar Dan Jørgensen schloss sich den IEA-Empfehlungen bei einer Pressekonferenz nach einer Sondersitzung am 31. März ausdrücklich an. Wie auto-motor-und-sport.de unter Berufung auf Politico berichtet, erklärte er: „Selbst wenn morgen Frieden herrscht, werden wir in absehbarer Zukunft nicht zur Normalität zurückkehren. Je mehr wir tun können, um Öl zu sparen – insbesondere Diesel und vor allem Flugbenzin –, desto besser für uns.“ Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte beim jüngsten EU-Gipfel die Energiesituation als die „unmittelbarste Auswirkung des Krieges auf Europa“ bezeichnet, wie Handelsblatt berichtet.

Notreserven reichen nicht

Die IEA hatte bereits am 11. März 400 Millionen Barrel Öl aus strategischen Reserven freigegeben, um das Angebotsdefizit abzufedern – laut Euronews aber ohne nachhaltigen Effekt auf die Preise. LNG-Tanker, die eigentlich Europa beliefern sollten, wurden wegen höherer Preise nach Asien umgeleitet. Die Lage bleibt instabil, die Vorräte werden nun neu bewertet.

Für Österreich bedeutet das: Die Spritpreisbremse der Regierung federt den Schock zwar um zehn Cent pro Liter ab – doch wie zuletzt berichtet, sind Benzin und Diesel allein seit Mitte März um 15 bis 29 Cent teurer geworden. Die Entlastung hinkt dem Preisanstieg weiter hinterher.

Credits: APA

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