Die FPÖ feiert dieser Tage ihren 70. Geburtstag. Anlass für eine hochkarätige Diskussionsrunde auf oe24.TV — und für Herbert Kickl, seine politischen Ambitionen klipp und klar zu formulieren.
Gegründet 1956, Umfragen-Spitzenreiter 2026
Wie der ORF in seiner ZiB History zum Jubiläum dokumentiert, wurde die FPÖ am 7. April 1956 gegründet. Sieben Jahrzehnte später steht sie laut allen aktuellen Umfragen an der Spitze der österreichischen Parteienlandschaft — mit Werten zwischen 35 und 38 Prozent. Die Partei hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich: Höhenflüge, Abspaltungen, Koalitionsbrüche. Den entscheidenden Schub brachte laut Kickl der Parteitag von 1986, als Jörg Haider den Vorsitz übernahm — eine „Initialzündung“, wie Kickl es im oe24-Talk nannte, mit der die FPÖ zur Massenpartei wurde.
Talk-Runde zum Jubiläum: Kickl, Rosam, Kalina, Westenthaler
Zum Geburtstag diskutierte FPÖ-Chef Herbert Kickl im oe24.TV-Talk mit ÖVP-Berater Wolfgang Rosam, Ex-SPÖ-Manager Josef Kalina und Ex-FPÖ-Klubchef Peter Westenthaler. Moderiert von Politik-Chefredakteurin Isabelle Daniel, wie oe24 berichtet.
Westenthaler erklärte die anhaltende Polarisierung der FPÖ damit, dass die Partei in ihrer Geschichte die meiste Zeit in Opposition verbracht habe — und skizzierte den Bogen von der „ziemlich unattraktiven Geschichte“ unter Norbert Steger in den 1980ern bis zum Wahlerfolg 1999, als die FPÖ mit über 26 Prozent zweitstärkste Kraft wurde.
Rosam vermisst Konstruktivität — Kickl kontert
ÖVP-Berater Rosam bezeichnete die FPÖ heute als „All-in-Partei“ und „Sammelbecken“ für Unzufriedene. Er vermisse bei Kickl jene konstruktive, zukunftsorientierte Phase, die Haider am Ende seines Lebens angestrebt habe.
Kickl ließ das nicht unwidersprochen. Er warf dem politischen Establishment vor, freiheitliche Politiker erst dann zu loben, wenn sie gegen die eigene Partei auftreten oder tot seien. Sein Fazit, wie oe24 berichtet: „Als Freiheitlicher wirst du gelobt, wenn du gegen die eigene Familie auftrittst oder wenn du tot bist. Beides habe ich jetzt nicht vor.“
Kalina: Kickl wolle gar nicht regieren — Kickl: Systemwechsel ist das Ziel
Ex-SPÖ-Manager Kalina warf Kickl vor, die Verantwortung gescheut zu haben, als er die Chance zur Regierungsbildung gehabt hätte — weil er gewusst habe, dass Österreich ein Sparpaket brauche. Kickl konterte, Politikberater wie Kalina würden noch immer mit denselben Argumenten wie vor 20 Jahren operieren, ohne zu merken, dass sich das politische Klima grundlegend verändert habe.
„Natürlich will ich Kanzler werden“
Die direkteste Aussage des Abends kam auf die direkte Frage: Ob er überhaupt Kanzler werden wolle. Kickls Antwort, wie oe24 berichtet, war eindeutig: „Natürlich will ich das.“ Allerdings relativierte er sofort: Das Kanzleramt sei nicht das Wichtigste — entscheidend sei der Systemwechsel. „More of the same“ werde Österreich nicht weiterbringen, so Kickl, sondern gegen die Wand fahren lassen.
Diese Linie zieht sich durch Kickls gesamte Kommunikation des Jubiläumsjahres. Wie heute.at berichtet, sagte Kickl im ORF-Interview zur ZiB History, er sei überzeugt, dass die FPÖ nur noch eine Wahl davon entfernt sei, „deutlich die stärkste Partei“ zu sein und eine Regierung anzuführen — mit dem erklärten Ehrgeiz, den Systemwechsel zu beweisen, den die Partei seit Jahren verspreche.
Credits: APA
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