400.921 Euro für Flüge in drei Monaten: Was hinter Meinl-Reisingers Reisekosten steckt

400.921 Euro für Flüge in drei Monaten: Was hinter Meinl-Reisingers Reisekosten steckt

Eine parlamentarische Anfrage der FPÖ bringt die Reisekosten des Außenministeriums ans Licht. Die Zahl ist groß. Die Erklärung ist teilweise nachvollziehbar — aber nicht für alles.

Die Zahl und woher sie kommt

400.921 Euro — so viel gab das Außenministerium unter Beate Meinl-Reisinger (NEOS) im ersten Quartal 2026 für Flugreisen aus. Das förderte laut heute.at eine parlamentarische Anfrage der FPÖ zutage, die das Ressort zur Offenlegung der Reisekosten verpflichtete. Das Ministerium verwies in seiner Anfragebeantwortung auf zwei Hauptgründe: gestiegene Ticketpreise infolge der Konflikte im Nahen Osten sowie die intensive Reisediplomatie rund um Österreichs erfolgreiche UN-Sicherheitsratskandidatur.

Was in der Summe steckt — und was nicht

Ein erheblicher Brocken der Gesamtsumme ist sachlich erklärbar. Wie heute.at berichtet, sind in den 400.921 Euro rund 161.000 Euro für einen Rückholflug enthalten, mit dem nach dem Großangriff auf den Iran gestrandete Österreicher in Sicherheit gebracht wurden. Das Außenministerium geht davon aus, 50 bis 75 Prozent dieser Kosten von der EU rückerstattet zu bekommen — was die Nettobelastung für den Steuerzahler spürbar reduzieren würde.

Bleiben dennoch mehrere hunderttausend Euro für reguläre Dienstreisen. Meinl-Reisinger selbst unternahm in den drei Monaten acht Flugreisen. Auf Kurzstrecken wurde laut Anfragebeantwortung Economy geflogen, auf Langstrecke Business Class — ein Vorgehen, das die Ministerin bereits im Vorjahr verteidigt hatte: Business werde nur gebucht, wenn Economy vollständig ausgebucht sei.

Die teuersten Einzelreisen

Unter den Einzelposten sticht laut heute.at der New-York-Flug für Arbeitsgespräche bei der UNO hervor: Für die Ministerin und einen Kabinettsmitarbeiter fielen 10.735 Euro an — jene Reise, die im Zuge der Sicherheitsratskampagne stattfand, die letztlich erfolgreich war. Ein offizieller Arbeitsbesuch in Maskat, Riad und Abu Dhabi kostete für die Ministerin plus vier Kabinettsmitarbeiter 10.684 Euro.

Staatssekretär Sepp Schellhorn unternahm fünf Reisen. Besonders auffällig: Eine Reise nach Accra in Ghana zur Eröffnung des Österreichischen Kulturforums — mit drei weiteren Mitarbeitern, teils in Business, teils in Economy — schlug mit 5.688 Euro zu Buche. Zusätzlich zu den Flugkosten kamen laut heute.at 15.521 Euro für Großraumbusse, Mietwagen und ähnliche Transportkosten.

Was die Zahlen einzuordnen erlauben — und was nicht

Für ein Außenministerium, das ein aktivistisches Jahr mit UN-Kandidatur, Nahost-Krise und mehreren Staatsbesuchen hinter sich hat, sind Reisekosten in dieser Größenordnung nicht per se skandalös. Das Vergleichsquartal aus dem Vorjahr lag laut heute.at bei 261.000 Euro — der Anstieg ist also real, aber nicht ohne Kontext.

Was fehlt, ist Transparenz im Detail. Eine vollständige Auflistung aller Einzel-Flugkosten konnte das Ministerium laut Anfragebeantwortung wegen des Verwaltungsaufwands nicht liefern. Das ist formal zulässig, aber politisch unbefriedigend — gerade in einem Jahr, in dem die Regierung gleichzeitig „Sparen im System“ zur Maxime erklärt.

FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz kritisierte laut heute.at scharf: „Da wird kreuz und quer in der Gegend herumgeflogen, während sich immer mehr Österreicher nicht einmal mehr einen Urlaub mit dem Auto leisten können.“ Das ist zugespitzt — aber die Frage, warum ausgerechnet das Außenressort keine vollständige Kostenaufstellung liefern kann, bleibt offen.

Credits: BKA_Christopher Dunnker

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